Kennzeichnung von Eiern Verbraucherschützer nennen Hinweis »ohne Kükentöten« missverständlich

Bedeutet »ohne Kükentöten«, dass männliche Küken aufgezogen werden? Oder dass sie vor dem Schlüpfen aussortiert werden? Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz fordert eine klarere Kennzeichnung.
Rund 45 Millionen männliche Küken werden jedes Jahr getötet

Rund 45 Millionen männliche Küken werden jedes Jahr getötet

Foto: Jens Büttner / dpa-Zentralbild

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat eine eindeutige Kennzeichnung von Eiern gefordert, für deren Herstellung keine Küken getötet werden. Bestehende Hinweise wie »ohne Kükentöten« seien oftmals unklar, kritisierten die Verbraucherschützer mit Verweis auf eine repräsentative Verbraucherumfrage.

»Die Befragten wünschen sich mehr Transparenz und Informationen«, erklärten sie. Denn für viele Verbraucherinnen und Verbraucher sei unklar, ob die Bruderhähne aufgezogen oder vor dem Schlüpfen aussortiert würden.

85 Prozent der rund 1000 im Dezember durch das Marktforschungsinstitut GfK befragten Verbraucher lehnen das Töten männlicher Küken den Angaben zufolge ab. Um das Kükentöten zu vermeiden, werden Eier mit männlichen Embryonen entweder nach einer Geschlechtsbestimmung umgehend aussortiert – oder aber die sogenannten Bruderhähne werden »trotz ihres geringen Fleischansatzes aufgezogen und die Mehrkosten durch einen Preisaufschlag auf die Eier der Schwesterhennen ausgeglichen«, so die Verbraucherzentrale.

»Ohne Kükentöten« bedeutet nicht zwingend Bruderhahnmast

Für Verbraucherinnen und Verbraucher sei allerdings angesichts der Label nicht immer nachvollziehbar, welche Methode zum Einsatz komme, erklärten die Verbraucherschützer. So nahmen 46 Prozent der Befragten an, dass hinter dem Label »ohne Kükentöten« des Unternehmens Respeggt zwingend eine Bruderhahnmast steckt. »Das ist jedoch nicht der Fall.«

45 Prozent der Verbraucher sind mit dem allgemeinen Hinweis laut Umfrage trotzdem zufrieden und finden ihn für beide Methoden ausreichend präzise, »während 38 Prozent diese Angabe nur für die Aufzucht der männlichen Küken akzeptieren«, wie die Verbraucherschützer weiter erklärten.

In jedem Fall wollen die Verbraucher mehr Transparenz: 73 Prozent wünschten sich, dass zusätzlich zur Angabe »ohne Kükentöten« die genaue Methode genannt wird. Zusätzlich sollte gegebenenfalls »auch transparent gemacht werden, wie und wo Bruderhähne aufgezogen werden«.

caw/AFP
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