Koalitionsverhandlungen Offshore-Förderung wird teuer für Verbraucher

Union und SPD haben eine stärkere Förderung der Windkraft auf hoher See vereinbart. Nach Berechnungen eines Verbraucherschützers führt das für die Bürger zu Mehrkosten in Milliardenhöhe. Es drohe "die teuerste Form einer Seebestattung".

Offshore-Windpark "Alpha Ventus": Bis zu 4,5 Milliarden Euro im Jahr
DPA

Offshore-Windpark "Alpha Ventus": Bis zu 4,5 Milliarden Euro im Jahr


Berlin - Verbraucherschützer kritisieren die Einigung zwischen Union und SPD zur Offshore-Windenergie. Die besseren Förderbedingungen für Windparks in Nord- und Ostsee könnte die Strompreise stark belasten. Das geht aus Berechnungen des Energieexperten der Verbraucherzentrale Bundesverband, Holger Krawinkel, hervor. Die jährlichen Gesamtkosten der Einigung könnten demnach bis 2020 bis zu 4,5 Milliarden Euro betragen.

Die Parteien hatten sich am Donnerstag darauf geeinigt, das bisher bis 2017 befristete Modell mit einer Anfangsvergütung von 19 Cent je Kilowattstunde über einen Zeitraum von acht Jahren um zwei Jahre zu verlängern. So soll das bereits von 10.000 auf 6500 Megawatt gesenkte Ausbauziel bis 2020 noch zu schaffen sein.

Verbraucherschützer Krawinkel zufolge könnte sich die auf den Strompreis abgewälzte Summe dann der Marke von 30 Milliarden Euro im Jahr nähern. Im Jahr 2014 werden es 23,5 Milliarden Euro sein. Zusammen mit den Stromtransportkosten drohten Haushalten jährliche Offshore-Kosten von bis zu 75 Euro, warnte Kranwinkel. Eigentlich ist es erklärtes Ziel von Union und SPD, den Strompreisanstieg durch eine Reform der Ökostrom-Förderung zu bremsen.

Aus Sicht von Krawinkel droht nun das Gegenteil. "Die gleiche Leistung mit konventioneller Windkraft an Land kostet ein Fünftel", sagte er dem Energie-Online-Fachportal Bizzenergytoday.com. "Es ist wie beim Transrapid: Klar, er war etwas schneller. Aber der Nutzen stand in keinem Verhältnis zu den enormen Kosten im Vergleich zu konventionellen Hochgeschwindigkeitszügen." Die Anlagen stünden einfach zu weit draußen und zu tief im Meer. "Ich fürchte, wir erleben bald die teuerste Form einer Seebestattung von technologischen Machbarkeitsphantasien."

fdi/dpa-AFX



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soulbrother 22.11.2013
1.
Zitat von sysopDDP / DOTI / Matthias IbelerUnion und SPD haben sich ein auf stärkere Förderung der Windkraft auf hoher See geeinigt. Nach Berechnungen eines Verbraucherschützers führt das für die Bürger zu Mehrkosten in Milliardenhöhe. Es drohe "die teuerste Form einer Seebestattung". http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/verbraucherschutz-staerkere-offshore-foerderung-treibt-strompreis-stark-a-935104.html
Das erklärte Ziel scheint eher zu sein, die günstigen und schnell umsetzbaren Formen der EE-Nutzung (PV und Onshore-WKA) abzubremsen, und die teuren Offshore-WKA mehr zu fördern. Um Strompreise scheint es tatsächlich nicht zu gehen.
parasitär 22.11.2013
2. War doch klar
Zitat von sysopDDP / DOTI / Matthias IbelerUnion und SPD haben sich ein auf stärkere Förderung der Windkraft auf hoher See geeinigt. Nach Berechnungen eines Verbraucherschützers führt das für die Bürger zu Mehrkosten in Milliardenhöhe. Es drohe "die teuerste Form einer Seebestattung". http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/verbraucherschutz-staerkere-offshore-foerderung-treibt-strompreis-stark-a-935104.html
Das Imperium schlägt zurück.EON,RWE und Co. wollen etwas sehen für ihr Geld und die Politik versteht. Das wirklich schlimme an der Geschichte ist,das der Bürger/Verbraucher noch nicht einmal merkt was da auf seinem Rücken passiert. Im Gegenteil,er glaubt sogar das alles nur in seinem Sinne geschieht.
sudiso 22.11.2013
3. optional
das geht alles solange gut, bis keiner mehr geld hat..... egal ob für bezin, energie oder zum einkaufen....
KanyeOst 22.11.2013
4. wenn es sich nicht rechnet...
...sollte man es eben sein lassen. Wir leben im Kapitalismus. Ich kann auch sehr gut von Atomstrom leben, wie alle anderen Europaer um uns herum. Es ist vollkommen sinnbefreit die See mit dieser aufwendigen Technik (die einfach noch nicht ausgereift ist - Transformatoren und Leitungstechnik) vollzustellen. Feuer frei.
karl-felix 22.11.2013
5. Das
Zitat von KanyeOst...sollte man es eben sein lassen. Wir leben im Kapitalismus. Ich kann auch sehr gut von Atomstrom leben, wie alle anderen Europaer um uns herum. Es ist vollkommen sinnbefreit die See mit dieser aufwendigen Technik (die einfach noch nicht ausgereift ist - Transformatoren und Leitungstechnik) vollzustellen. Feuer frei.
funktioniert in Deutschland nur noch 7 Jahre lang, dann können Sie vom Atomstrom nicht mehr gut leben, sondern nur noch vom Abriss der alten Atomanlagen. Das allerdings dann bis ca. 2080 . Da werden Milliarden umgesetzt, ohne eine einzige kWh Strom. Wenn Sie dann noch Arbeitsplätze für Ihre Enkel und Urenkel brauchen, die Endlagerung des Atommülls wird noch 100 Generationen beschäftigen und Milliarden zusätzlich kosten, für nicht eine kWh Strom. Nur für das, was eine einzige Generation verprasst hat.
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