Verdacht auf Datenweitergabe Verbraucherschützer verklagen Famila

Die Handelskette Famila soll Kundendaten an Dritte weitergeleitet haben. Diesen Vorwurf erheben Verbraucherschützer - und verklagen das Unternehmen. Auch Rewe und Penny stehen in der Kritik.


Hamburg - Der Bundesverband der Vebraucherzentralen hat beim Landgericht Kiel Klage gegen die Handelskette Famila eingereicht. Die Verbraucherschützer werfen Famila vor, beim Bezahlen mit der EC-Karte rechtswidrig Kundendaten einzufordern.

Ähnliche Kritik äußert auch der schleswig-holsteinische Datenschutzbeauftragte Thilo Weichert: "Kunden, die mit Karte bezahlen, willigen mit ihrer Unterschrift ein, dass die Unternehmen empfindliche Informationen über sie einholen", sagte er SPIEGEL ONLINE. Das führe zu unübersehbaren Datenübermittlungen an den Netzbetreiber Telecash, der den elektronischen Zahlungsverkehr für die Handelskette abwickelt.

Famila hat bereits reagiert: "Wir werden heute noch unseren elektronischen Zahlungsverkehr auf das PIN-Verfahren umstellen", sagte Bärbel Hammer, Sprecherin des Unternehmens. Das heißt: Eine Unterschrift ist beim Zahlungsvorgang nicht mehr nötig - und eine unbeabsichtigte Einwilligung in die Datenweitergabe nicht mehr möglich. Beim Bezahlen mit EC-Karte und persönlicher Indentifikationsnummer (PIN) werde keine Bonitätsprüfung der Kunden durchgeführt, sagte Hammer.

Gleichzeitig betonte die Sprecherin, dass das Zahlungsverfahren per PIN für die Unternehmen doppelt so teuer sei wie das Bezahlen per Karte und Unterschrift. Hammer sagte, dass Famila weder Bankdaten speichere, noch gegen geltendes Recht verstoße.

Datenschützer Weichert bleibt dennoch bei seiner Kritik. Er bemängelt, dass die Kunden an der Kasse in eine Zwangssituation gerieten und nicht die Möglichkeit hätten, sich die komplizierten und langen Texte durchzulesen, die sie unterschreiben. Der Datenschutzexperte rät daher, bar zu bezahlen. Neben Famila verlangten weitere Handelsfirmen wie zum Beispiel Rewe oder Penny auf ihren Kassenzetteln ähnliche Einwilligungen.

bas/ddp



insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
inci 07.05.2010
1. oooo
Zitat von sysopDie Handelskette Famila soll Kundendaten an Dritte weitergeleitet haben. Diesen Vorwurf erheben Verbraucherschützer - und verklagen das Unternehmen. Auch Rewe und Penny stehen in der Kritik. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,693587,00.html
würde mich nicht wundern, gehört famila doch auch in die familie der lidl stiftung. ebenso wie kaufland.
Sinolupus 07.05.2010
2. Ach watt
Zitat von inciwürde mich nicht wundern, gehört famila doch auch in die familie der lidl stiftung. ebenso wie kaufland.
famila gehört Bartels-Langness GmbH & Co. KG
Schlump23 07.05.2010
3. Verbraucherschutz???
Wir Verbraucher sollten uns wehren! Das nächste Mal wenn ich bei Rewe einkaufe werde ich mit der EC-Karte zahlen und mir in aller Ruhe den Kassenzettel durchlesen. Bei rechtlichen Fragen wende ich mich vertrauensvoll an meine(n) Kassierer(in) und sollte ich Bedenken haben, werde ich wohl nicht zahlen können und muss leider die Produkte auf dem Fließband liegen lassen... Vielleicht machen das ja genug Leute... ;)
spikemillion 07.05.2010
4. Vielen Dank liebe sogenannte Verbraucherschützer
Und wieder einmal versuchen sich einige Organisationen, unter dem Deckmantel des Datenschutzes, ein Profil zu geben und lösen damit Angst und Schrecken in der Bevölkerung. Ja die Daten bei dem sogenannten ELV Verfahren werden an Dritte weitergegeben, damit ein Zahlungsdienstleister, wie hier die Telecash das Inkasso macht. Das ist für alle Beteiligten die beste Lösung, der Kunde braucht kein Bargeld dabei zu haben und der Händler spart in diesem Fall die hohen Bankgebühren und kann damit die niedrigen Preise halten. Famila wird die Kosten, die sie jetzt wieder für die Bankgebühr zahlen muss bestimmt nicht von Ihrem Gewinn bezahlen, sondern dies wieder auf die Verkaufspreise schlagen. Übrigens werden die Daten auch dann an die sogenannten Netzbetreiber wie Telecash weitergeleitet, wenn die EC Zahlung mit PIN genutzt wird, oder glauben die Datenschützer, dass in den Kartenterminals Mitarbeiter von Famila sitzen, die bei der jeweiligen Bank anrufen um die Richtigkeit des PIN zu hinterfragen? Vielen Dank liebe Datenschützer für eine unnötige Debatte die den Verbraucher viel Geld kosten wird.
Dr_Lecter 07.05.2010
5. durchlesen
Zitat von Schlump23Wir Verbraucher sollten uns wehren! Das nächste Mal wenn ich bei Rewe einkaufe werde ich mit der EC-Karte zahlen und mir in aller Ruhe den Kassenzettel durchlesen. Bei rechtlichen Fragen wende ich mich vertrauensvoll an meine(n) Kassierer(in) und sollte ich Bedenken haben, werde ich wohl nicht zahlen können und muss leider die Produkte auf dem Fließband liegen lassen... Vielleicht machen das ja genug Leute... ;)
Den gleichen Gedanken hatte ich auch heute morgen, als das im Radio kam. Ich dachte, ich hör nicht recht. Auch ich hatte schon sowas unterschrieben. Arglos dachte ich, dass das nur die Bestätigung für die Buchungsstelle war - die Verkäuferin weist ja auch immer auf den Betrag hin. Aber dass da versteckte Sachen draufstehen ist eine Frechheit. Nächstes mal lese ich das durch, streiche unliebsames und lasse mir alle Zeit der Welt. Auch wenn die Schlange noch so lang wird. Wer weiß, was die da noch so alles draufschreiben. Und die Daten landen dann alle sonstwo - und werden an böse Menschen weiterverkauft. Sauerei sowas!
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