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05. Oktober 2015, 12:10 Uhr

Vergleichsportale

Wie gut sind Check24, Verivox und Co. wirklich?

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Der günstigste Strom, die passende Kfz-Police: Vergleichsportale zeigen angeblich die beste Leistung zum besten Preis. Aber stimmt das? Gegen Check24 wurde nun Klage erhoben. Der Vorwurf: unlauterer Wettbewerb.

Stichtag 30. November: Ein wenig Zeit bleibt noch, um die Kfz-Versicherung zu wechseln. Also ab ins Internet und das nächste Vergleichsportal aufrufen. Schnell ein Häkchen beim Fahrzeugmodell, noch die Kontaktdaten eingetippt: Schon baut sich eine lange Liste mit Kfz-Versicherungsangeboten auf - das günstigste ganz oben. Noch ein Klick auf den Wunschtarif - Vertrag abgeschlossen.

Das klappt nicht nur bei Versicherungen, sondern auch bei Reisen oder Mobilfunkverträgen. Doch besonders das Geschäft mit den Versicherungen ist dem Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) ein Dorn im Auge. Der Verband mit rund zehntausend Mitgliedern hat Anfang September Klage gegen Check24 eingereicht.

Der BVK wirft dem Vergleichsportal unlauteren Wettbewerb vor: Check24 tarne sich als neutrales Preisvergleichsportal, fungiere aber als Versicherungsvermittler, da es Tarife gegen Provision verkaufe. Dabei halte es sich nicht an die strengen gesetzlichen Vorschriften für Versicherungsvermittler: Es fehle eine "Leistungs- und Bedarfsanalyse sowie eine umfassende Beratung", sagt BVK-Präsident Michael Heinz.

Check24 äußert sich zum laufenden Verfahren nicht. Tatsache ist, dass das Portal wie die meisten Mitbewerber Beratung am Telefon oder im Chat anbietet. Ob die Vorwürfe des BVK dennoch zutreffen, muss das Landgericht München beurteilen. Ein Termin für den Prozess steht allerdings noch aus.

Doch unabhängig davon lenkt die Klage den Blick auf einen Kritikpunkt, den Verbraucherschützer immer wieder ansprechen: Prinzipiell halten sie Vergleichsportale zwar durchaus für sinnvoll, "um bei der Vielzahl an Tarifen überhaupt einen passenden zu finden", wie Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW sagt. Allerdings ärgerten sich Verbraucherschützer gerade darüber, "dass manche Portale bewusst als unabhängige Verbraucherportale werben".

Tatsächlich ist es für die Kunden wichtig zu wissen, dass die Portale zum großen Teil von den Provisionen der Anbieter leben. Denn das wirkt sich gleich in mehrfacher Hinsicht auf deren Angebot aus:

Hinweis der Redaktion: Verivox ist ein Kooperationspartner von SPIEGEL ONLINE. Unter anderem bietet das Portal über SPIEGEL ONLINE Vergleichsrechner zu den Themen Strom, Gas, Heizstrom, DSL und Handykosten an.

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