Kosten-Nutzen-Bilanz Studie zur Wärmedämmung sorgt für Ärger

Dämmen lohnt sich: Mit diesem Versprechen werben Politik und Umweltschützer für die Sanierung von Gebäuden. Laut einer Studie im Auftrag der Förderbank KfW übertreffen die Kosten jedoch die Einsparungen. Die Grünen widersprechen vehement.
Wärmedämmung eines Daches: Zentraler Bestandteil der Energiewende

Wärmedämmung eines Daches: Zentraler Bestandteil der Energiewende

Foto: Oliver Berg/ picture alliance / dpa

Berlin - Was bringt die energetische Sanierung von Gebäuden? Eine neue Studie des Schweizer Beratungsunternehmens Prognos im Auftrag der deutschen Förderbank KfW kommt zu einem ernüchternden Ergebnis. Demnach übersteigen die Kosten der Sanierung die Einsparungen bei den Heizkosten in den kommenden Jahren erheblich. Die Investitionen ließen sich "nicht allein aus den eingesparten Energiekosten finanzieren", zitiert die "Welt" aus dem Gutachten.

Damit widersprechen die Forscher anderen Untersuchungen. So ergab etwa eine Studie der halbstaatlichen Deutschen Energie-Agentur, dass sich über einen Zeitraum von 25 Jahren auch ehrgeizige Sanierungen von Einfamilienhäusern lohnen.

Die Wärmedämmung von Häusern ist ein zentraler Bestandteil der Energiewende und wird in Deutschland großzügig gefördert. Die Bundesregierung will den Energieverbrauch in Wohngebäuden bis 2050 um 80 Prozent senken. Um dieses Ziel zu erreichen, sind laut Studie Investitionen von 838 Milliarden Euro nötig. Dadurch könnten jedoch nur Energiekosten von 370 Milliarden Euro eingespart werden, errechneten die Prognos-Forscher.

Beim energiepolitischen Sprecher der Grünen, Hans-Josef Fell, stießen die Ergebnisse von Prognos auf heftigen Widerspruch. "An der Stichhaltigkeit dieser Studie darf erheblich gezweifelt werden", sagte Fell. So hätten sich seit 1998 die Heizölpreise in Deutschland verdreifacht, was Prognos nie prognostiziert habe. Auch die künftigen Heizkosten setzten die Autoren viel zu niedrig an, obwohl fossile Rohstoffe sich dramatisch verknappten.

Zu befürchten ist nach Ansicht des Politikers zudem, dass die Studie viele Hausbesitzer und Vermieter von der Sanierung abhalte, "obwohl sie damit sich selbst und ihre Mieter immer tiefer in die Heizkostenfalle treiben werden".

Die Sanierung von Häusern ist zuletzt noch aus einem anderen Grund in die Kritik geraten: Die dabei häufig verwendeten Styroporplatten sind extrem leicht entflammbar. Eine Verschärfung der Brandschutzvorschriften scheiterte jedoch bislang.

dab/dpa