In einigen Regionen Trinkwasser könnte um bis zu 62 Prozent teurer werden

Weil vielerorts die Böden mit Nitrat stark belastet sind, muss das Grundwasser immer aufwendiger gereinigt werden. Nun schlagen Wasserexperten Alarm: Die Preise für die Verbraucher dürften bald deutlich steigen.
Wasser dürfte bald teurer werden

Wasser dürfte bald teurer werden

Foto: Michael Probst/ AP

Die Wasserpreise in Deutschland könnten wegen der Nitratverschmutzung laut einem aktuellen Gutachten der Wasserwirtschaft um fast zwei Drittel steigen. "Trinkwasser könnte in einigen Regionen um bis zu 62 Prozent teurer werden", sagte Martin Weyand, Hauptgeschäftsführer beim Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft.

Der bisherige Entwurf der Düngeverordnung, auf den sich Bund und Länder geeinigt hatten, reiche nicht aus, um Böden und Grundwasser vor den Folgen einer Überdüngung zu schützen, sagte Weyand.

Wegen der hohen Nitratbelastung in belasteten Regionen würden aber aufwendigere Methoden notwendig, um Trinkwasser herzustellen. Laut dem Gutachten würde die durchschnittliche Jahresrechnung eines Drei-Personen-Haushalts in einem Sechsfamilienhaus von 217 Euro auf 352 Euro steigen. An der Untersuchung nahmen 188 Unternehmen des Verbands teil.

Anfang des Jahres war bekannt geworden, dass die Nitratwerte im deutschen Grundwasser nach wie vor an vielen Orten zu hoch sind: An gut einem Viertel der berücksichtigten Messstellen sind die Grenzwerte für den gesundheitsschädlichen Düngestoff überschritten worden, hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" aus einem aktuellen Bericht der Bundesregierung zitiert.

msc/dpa