Wegen Wirtschaftskrise Klamme US-Bürger verzichten auf Schönheits-OP

Spritzen ja, Schnippeln nein: Immer weniger US-Amerikaner entscheiden sich für eine Schönheitsoperation. Grund soll die Wirtschaftskrise sein. Experten sehen aber eine generelle Trendwende: Kleinere Eingriffe wie Botox-Injektionen bleiben so beliebt wie vor der Rezession.

Kein Geld für den Chirurgen: US-Amerikaner sparen bei Schönheits-OPs.
DPA

Kein Geld für den Chirurgen: US-Amerikaner sparen bei Schönheits-OPs.


Lipo, tummy tuck, nose job: In den USA gibt es für Schönheitsoperationen wie Fettabsaugung, Bauchstraffung oder Nasenkorrektur nicht nur viele verniedlichende Namen - bislang gab es dafür auch jede Menge Nachfrage. Doch das scheint sich nun zu ändern. Wie die American Society for Aesthetic Plastic Surgery (ASAPS) berichtet, ist die Zahl der Schönheitsoperationen 2009 in den USA um rund 17 Prozent zurückgegangen.

Experten der ASAPS führen den Rückgang vor allem auf die Wirtschaftskrise zurück. US-Amerikaner könnten sich teure Eingriffe wie Brustvergrößerungen, die oft mehrere tausend Dollar kosten, schlicht nicht mehr leisten. Vor dem Zusammenbruch der Finanzmärkte hätten viele noch Hypotheken auf ihre Häuser aufgenommen, um die Operationen zu bezahlen. Solche Finanzierungsmöglichkeiten wären nun nicht mehr so leicht verfügbar. Die ASAPS ist sich aber sicher: "Wenn sich die Rezession abschwächt, wird die Nachfrage wahrscheinlich wieder steigen."

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Botox-Opfer: Je früher, desto besser?
Tatsächlich sind vor allem operative Eingriffe, bei denen sich die Patienten unters Messer begeben müssen, deutlich weniger gefragt. Nicht-chirurgische Maßnahmen wie chemische Peelings oder Laser-Haarentfernungen bleiben unverändert beliebt: Mit über 2,5 Millionen Injektionen sind Botox-Spritzen mit Abstand der populärste Eingriff.

Andererseits gibt es auch Hinweise darauf, dass US-Amerikaner generell die Lust an Schönheits-OPs verlieren: Über die vergangenen vier Jahre betrachtet, ist die Zahl der Operationen sogar um 30 Prozent, von 2,1 Millionen (2004) auf 1,5 Millionen (2005) Eingriffe gesunken. Schönheitschirurgin Wendy Lewis sagte in der "New York Times", die Patienten würden sich immer stärker an natürlichen Looks orientieren. D

as läge zum einen daran, dass kleinere Eingriffe wie Laserbehandlungen über die letzten Jahre günstiger und effektiver geworden seien. Zum anderen würden die Menschen von misslungenen Operationen abgeschreckt: "Es laufen einfach zu viele schlechte OP-Ergebnisse herum."

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