Stromsparen Umwelthilfe fordert Verzicht auf Weihnachtsbeleuchtung

Lichterketten und andere Weihnachtsbeleuchtung sollte man sich dieses Jahr sparen, so die Deutsche Umwelthilfe. Die Organisation wünscht sich ein »Innehalten« – und schlägt einen beleuchteten Baum pro Stadt und Gemeinde vor.
Weihnachtsbeleuchtung in der Hamburger Innenstadt: Verzicht sollte laut Umwelthilfe »eine Selbstverständlichkeit sein«

Weihnachtsbeleuchtung in der Hamburger Innenstadt: Verzicht sollte laut Umwelthilfe »eine Selbstverständlichkeit sein«

Foto: Markus Scholz / dpa

Die Deutsche Umwelthilfe appelliert, wegen der Energiekrise auf Weihnachtsbeleuchtung in Städten und Privathaushalten zu verzichten. »In diesem Winter sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass sowohl auf die Weihnachtsbeleuchtung in Städten, wie auch die der Häuser und Wohnungen verzichtet wird«, sagte Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) .

»Angesichts des Kriegs in der Ukraine, der Energieknappheit aber auch aus Gründen des Klimaschutzes sollten wir einmal innehalten«, sagte er. Resch wies auf den Stromverbrauch hin. »Allein die privaten Beleuchtungsorgien verursachen pro Jahr einen Stromverbrauch von über 600 Millionen Kilowattstunden Strom – so viel wie eine mittlere Großstadt mit 400.000 Einwohnern im Jahr verbraucht.« Hinzu kämen die möglichen Einsparungen durch den Verzicht auf die Weihnachtsbeleuchtung in den Städten und Gemeinden.

Spielzeug wird wegen höherer Energiekosten teurer

Resch schlug einen beleuchteten Baum pro Stadt und Gemeinde vor. »Vielleicht lässt sich dies ja auf jeweils einen beleuchteten Baum pro Gemeinde reduzieren. Hier bewusst zu verzichten, zu sparen und solidarisch zu sein, das könnte diese Weihnachtszeit sogar zu einer ganz besonderen machen.«

Unterdessen wird nicht nur die Beleuchtung wegen der kräftig steigenden Energiepreise teurer. Auch die Spielwarenindustrie rechnet mit Blick auf das Weihnachtsgeschäft mit steigenden Preisen. »Die Erhöhungen der Hersteller dürften sich durchschnittlich um fünf bis sechs Prozent bewegen«, sagte Ulrich Brobeil, Geschäftsführer des Deutschen Verbandes der Spielwarenindustrie (DVSI), der »Rheinischen Post«.

Bei einer repräsentativen Umfrage unter den 215 Mitgliedsunternehmen gehen demnach laut Brobeil 83 Prozent neben den Einsparungen bei den Energiekosten auch von Preiserhöhungen als Option aus. Bei 45 Prozent sei das Geschäft »stark bis sehr stark« gefährdet, 38 Prozent der Befragten sehen sich als »mittelmäßig« bedroht an. Bei einzelnen Artikeln könne es zu Lieferproblemen kommen, weil Teile aus Asien fehlten. Generelle Lieferschwierigkeiten gebe es aber nicht.

apr/dpa
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