Weihnachtsgebäck Supermärkte starten die Lebkuchen-Saison

Vier Monate vor Weihnachten gibt es in vielen Läden schon die passenden Süßigkeiten zu kaufen. "Die Nachfrage ist da", sagt ein Discounter-Manager. Nur auf zwei Klassiker müssen die Käufer noch warten.

Weihnachtssüßigkeiten
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Weihnachtssüßigkeiten


Draußen herrscht T-Shirt-Wetter, aber die Supermarktregale sind schon für die Winterzeit bestückt: Fast vier Monate vor Weihnachten gibt es in vielen Läden wieder Lebkuchen, Christstollen und Dominosteine. "Wir beobachten, dass die Nachfrage da ist", begründete ein Sprecher des Discounters Aldi Nord das frühzeitige Angebot. Viele Kunden warteten bereits auf das Weihnachtsgebäck und erkundigten sich danach, hieß es bei dem Mülheimer Schwesterunternehmen Aldi Süd.

Vor allem der Heißhunger auf Lebkuchen sei zum Saisonstart in der Regel besonders groß, so dass der September der umsatzstärkste Monat für das Traditionsgebäck sei, berichtete ein Sprecher des Aachener Lebkuchenherstellers Lambertz. Auch eher warme Temperaturen wie im Herbst 2016 minderten dabei die Nachfrage nicht. Darüber hinaus verteilten sich die Umsätze in den Monaten Oktober, November und Dezember fast gleichmäßig.

Lediglich auf Adventskalender und klassische Schokoladenfiguren wie Nikoläuse müssten die Verbraucher noch einige Wochen warten, hieß es bei der Supermarktkette Rewe. Dabei sei der Saisonstart für das Weihnachtsgebäck in den vergangenen Jahren nicht immer weiter nach vorne verschoben worden, betonte Rewe-Sprecher Andreas Krämer.

Lebkuchen-Liebhaber mögen es konservativ

Vor allem in Osteuropa sei Lebkuchen dagegen ganzjährig gefragt, hieß es bei Lambertz. Neben europäischen Nachbarländern wie Österreich und der Schweiz sei das Weihnachtsgebäck vor allem in den USA beliebt. Auch in Australien und Neuseeland wachse die Nachfrage.

Nach einer vom Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie vorgelegten Statistik liegt der Pro-Kopf-Verbrauch an den Leckereien derzeit in Deutschland bei knapp einem Kilogramm pro Jahr. Als Favorit der Verbraucher liegt der Lebkuchen mit einem Anteil am Gesamtabsatz von 38 Prozent deutlich vorn. Mit jeweils 21 Prozent teilen sich Spekulatius und Stollen den zweiten Rang, während Dominosteine mit elf Prozent auf dem dritten Platz landen.

Neue Geschmacksrichtungen seien bei Lebkuchen auch in diesem Jahr nicht geplant, heißt es bei Lambertz. "Traditionelle Produkte haben auch traditionelle Rezepturen."

cst/dpa

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insgesamt 103 Beiträge
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pefete 03.09.2017
1. Und
wenn man etwas möchte, jetzt kaufen. Weihnachten gibt es nix mehr.
erinnerungsreden 03.09.2017
2. Irgendwie traurig
Wenn Christstollen und Lebkuchen jetzt schon im Überfluss vorhanden sind, dann sind sie im Advent und zu Weihnachten überhaupt nichts Besonderes mehr. Die ganze Vorfreude ist dahin. Kinder heutzutage wissen nicht mehr wie es ist, mal auf etwas freudig zu warten. Ältere unter den Lesern wissen vielleicht noch wie es war, wenn der erste Stollen- und Plätzchenduft durchs Haus zog, vermischt mit dem heimeligen Geruch von Räucherkerzen. Mich widert der ganze Konsum nur noch an. Weihnachten ist im Dezember!!!!!!
tpro 03.09.2017
3.
Zitat von erinnerungsredenWenn Christstollen und Lebkuchen jetzt schon im Überfluss vorhanden sind, dann sind sie im Advent und zu Weihnachten überhaupt nichts Besonderes mehr. Die ganze Vorfreude ist dahin. Kinder heutzutage wissen nicht mehr wie es ist, mal auf etwas freudig zu warten. Ältere unter den Lesern wissen vielleicht noch wie es war, wenn der erste Stollen- und Plätzchenduft durchs Haus zog, vermischt mit dem heimeligen Geruch von Räucherkerzen. Mich widert der ganze Konsum nur noch an. Weihnachten ist im Dezember!!!!!!
Volle Zustimmung. Es reicht, wenn es schon das ganze Jahr über bunte Ostereier gibt.
Tante_Frieda 03.09.2017
4. Verrückt,aber...
Es ist verrückt,aber es stimmt tatsächlich:Irgendwann stolpert man eben im September im Supermarkt über die ebenso leckeren wie ungesunden Dominosteine und nimmt ein,zwei Packungen mit nach Hause.Und - das ist dann die Kehrseite für die einschlägige Industrie - hat dann im Weihnachtsmonat Dezember garantiert keinen Appetit mehr auf Lebkuchen&Co.,allenfalls noch auf ein paar selbstgebackene Plätzchen,die seltsamerweise nie jemand schon im September in den Backofen schieben würde. Das ist aber gar nichts gegen die Verkaufssender:Beim Zappen konnte man da schon im knallheißen Hochsommer Weihnachtliches kaufen,untermalt von entsprechend festlichen Klängen... Bei aller Kritik,die da aufkommen mag:Würden die Kunden die Sachen liegen lassen,würden sie im Jahr darauf garantiert nicht mehr angeboten.Nachfrage ist also da.
tpro 03.09.2017
5.
Zitat von pefetewenn man etwas möchte, jetzt kaufen. Weihnachten gibt es nix mehr.
Die Industrie läßt sich sicherlich was einfallen. Z.B. "Osterlebkuchen" die man dann schon zur Weihnachtszeit kaufen kann.
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