Forderung von Monopolkommission Briefzustellung am Montag soll wegfallen

Briefe sollen nicht mehr länger an sechs Tagen die Woche zugestellt werden - das schlägt die Monopolkommission vor. So könnte die Deutsche Post endlich Konkurrenz bekommen.

Lager der Deutschen Post
Deutsche Post

Lager der Deutschen Post


Die Bundesbürger könnten womöglich künftig ihre Briefe nur noch an fünf Tagen und damit einen Tag weniger in der Woche zugestellt bekommen. "Die Monopolkommission unterstützt die Idee im Zuge einer Überarbeitung des Postgesetzes", sagte Angelika Westerwelle, Mitglied der Monopolkommission, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Bundesnetzagentur.

Während in vielen europäischen Märkten im Rahmen des Universaldienstes eine Zustellung an fünf Tagen pro Woche erfolge, seien es in Deutschland noch sechs Zustelltage. Sowohl der Deutschen Post, die im Briefmarkt für Privatkunden weiter eine Monopolstellung einnehme, als auch möglichen Wettbewerbern würden damit Lasten aufgebürdet. Fielen diese weg, werde der Markteintritt auch für Konkurrenten der Post leichter.

Bei der Bundesnetzagentur, die als Regulierungsbehörde den Briefmarkt beaufsichtigt, werde eine Reduzierung der Zustelltage "nicht auf erbitterten Widerstand stoßen", sagte Peter Franke, Vize-Präsident der Behörde.

Beschwerden über Briefzustellungen häufen sich

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Debatten gegeben, ob im digitalen Zeitalter weiter an der Zustellung von Briefen von Montag bis Samstag festgehalten werden soll. Der Deutschen Post zufolge fallen an Montagen weniger als zwei Prozent der wöchentlichen Sendungen an.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will in Zeiten der Digitalisierung das Postrecht nach 20 Jahren modernisieren und nach eigenen Angaben die Rechte der Verbraucher stärken. Dort häufen sich die Beschwerden über die Zustellung - immer mehr Bürger klagen schriftlich über Briefe, die nicht ankommen, falsch zugestellt werden oder zerstört sind. Im vergangenen Jahr summierten sich diese mit 12.615 Beschwerden erstmals auf eine fünfstellige Zahl, bis September lagen schon 12.950 Klagen vor, teilte die Bundesnetzagentur mit.

Der Postmarkt ist einem radikalen Wandel unterworfen. Die Sendungsmengen beim Brief sinken stark. Dagegen floriert der Paketmarkt, angetrieben vom boomenden Online-Handel.

hej/dpa-AFX/Reuters

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insgesamt 43 Beiträge
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Seite 1
ptb29 03.12.2019
1. Bei uns werden schon lange montags keine Briefe zugestellt
Das wurde doch schon mal diskutiert und dann still und leise eingeführt.
schnubbeldu 03.12.2019
2. Bitte keine Zustellung ...
.... von SPAMs mehr an Sonn- und Feiertagen. Dies wäre im Gegenzug der Digitalisierung eine sinnvolle Maßnahme. Insbesondere die sonntäglichen SPAMs diverser Online-Plattformen nerven inzwischen sehr massiv.
wurzelpurzel 03.12.2019
3.
Montags wird doch jetzt schon so gut wie nichts von der Post zugestellt. Viel ändern würde sich nichts.
noalk 03.12.2019
4. fatal
Von falscher Zustellung sind leider auch Sendungen mit Zustellungsurkunde betroffen. Wie soll man das vor Gericht beweisen?
Sleeper_in_Metropolis 03.12.2019
5.
Keine Briefzustellung mehr am Montag ? Warum nicht, macht doch für den Kunden kaum einen Unterschied. Geschäftliche Post wird sowieso nicht so versendet, das sie am Montag zugestellt würde, und privat schreibt doch eh' kaum noch einer Briefe&Co. Und ob die Postkarte von Tante Trude mit den Urlaubsgrüßen von der Nordsee nun einen Tag später ankommt oder nicht ist doch egal.
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