Wiesenhof-Betrieb Behörden schließen vorübergehend Schlachthof

Mängel in der Produktion machen dem Geflügelproduzenten Wiesenhof Probleme. Behörden haben am Montag und Dienstag vorübergehend einen Schlachtbetrieb in Sachsen-Anhalt geschlossen. Eine Gefahr für Verbraucher habe nicht bestanden, hieß es.
Wiesenhof-Schlachthof in Möckern, Sachsen-Anhalt: Probleme in der Produktion

Wiesenhof-Schlachthof in Möckern, Sachsen-Anhalt: Probleme in der Produktion

Foto: dapd

Möckern - Der Geflügelproduzent Wiesenhof in Möckern (Sachsen-Anhalt) darf seinen Betrieb wieder aufnehmen. Nach Vor-Ort-Kontrollen mehrerer Veterinäre sei der Geschäftsführung eine entsprechende Verfügung übermittelt worden, teilte der Landkreis Jerichower Land am Dienstagabend mit. Die Behörden hatten die Produktion im Schlacht- und Zerlegebetrieb am Montagnachmittag aufgrund von Mängeln stillgelegt. Was genau beanstandet wurde, war nicht bekannt. "Es handelt sich um ein nicht öffentliches Verfahren", hieß es zur Begründung.

Die Mängel seien bei Umbauarbeiten im Betrieb festgestellt worden, hieß es. Eine Sprecherin des Unternehmens hatte zuvor bestätigt, dass die Produktion seit Montag ruht. Nähere Angaben wollte sie nicht machen. Die Zeitung "Welt Kompakt" hatte berichtet, die Behörden hätten den Betrieb in der Nähe von Magdeburg wegen Hygienemängeln geschlossen.

Der Landkreissprecher sagte, er gehe nicht davon aus, dass Geflügel in den Handel gelangt sei, das für den Verbraucher schädlich sein könnte. "Dafür sind die Kontrollen zu dicht, dafür haben wir entsprechend Sorge zu tragen." Am Dienstag sei der Geflügelschlacht- und Zerlegungsbetrieb erneut kontrolliert worden, sagte der Sprecher. "Die Begehung hat ergeben, dass sich der Bereich in einem einwand- und beanstandungsfreien Zustand befindet."

Möckern ist den Angaben zufolge seit Jahrzehnten ein Standort der Geflügelzucht. Derzeit seien dort rund 800 Menschen beschäftigt.

Schlachthof geriet bereits 2011 in die Schlagzeilen

Der "Stern" hatte bereits im April vergangenen Jahres unter Berufung auf amtliche Dokumente berichtet, in dem Betrieb in Möckern sei mehrfach gegen Hygieneauflagen verstoßen worden. Damals hieß es, die zuständigen Behörden hätten seit Anfang 2010 wiederholt Mängel in der Tiefkühlschlachterei beanstandet. Laut dem Magazin belegten Berichte und Fotos der amtlichen Kontrolleure, dass Schlachtereiräume mit Schwarzschimmel befallen waren und bereits geschlachtetes Geflügel mit Kot verunreinigt war.

Ein Wiesenhof-Sprecher hatte damals erklärt, alle Mängel seien abgestellt worden. Die meisten Beanstandungen seien nicht schwerwiegend gewesen.

mmq/bos/dpa/dapd
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