Winterwetter Sibirische Kälte verteuert Heizöl

Das anhaltend kalte Winterwetter in Europa hat die Nachfrage nach Heizöl gesteigert - und mit ihr den Preis. Weil zudem Raffinerien und Tanklager wegen zugefrorener Flüsse schlechter beliefert werden können, stieg der Preis für Heizöl auf den höchsten Stand seit dem Sommer 2008.

Heizöl-Lieferant in Niedersachsen: Winterwetter macht den Brennstoff teuer wie lange nicht
dapd

Heizöl-Lieferant in Niedersachsen: Winterwetter macht den Brennstoff teuer wie lange nicht


Hamburg - Die Kältewelle in Deutschland und Europa ebbt nicht ab - und weil viele Hausbesitzer nicht mit dem frostigen Wetter gerechnet haben, müssen sie jetzt kurzfristig Heizöl bestellen. Die sprunghaft gestiegene Nachfrage hat den Preis in den vergangenen Tagen auf den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren getrieben. Nur im Sommer 2008 war Heizöl für zwei Monate noch teurer als Anfang 2012.

Für 100 Liter Heizöl müssen Verbraucher jetzt fast 93 Euro bezahlen, wie aus den Marktüberblicken hervorgeht. Gleichzeitig ist der Preis für Rohöl mit mehr als 116 Dollar für ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent so hoch wie noch nie in diesem Jahr - und auch nicht mehr weit von einem Drei-Jahres-Hoch entfernt.

Heizölhändler berichten zudem, dass die Versorgung von Raffinerien und Tanklagern durch zugefrorene Flüsse stark behindert werde. Weil viele Verbraucher jetzt kurzfristig Öl für ihre Heizungen bestellten, hätten sich die Lieferzeiten je nach Region auf zwei bis vier Wochen verlängert.

Weil das kalte Winterwetter ganz Europa erfasst hat, dürfte sich die Lage noch eine Weile nicht verbessern. Auch die Versorgung mit Erdgas war kurzzeitig eingeschränkt. Der russische Energiekonzern Gazprom hatte seine Lieferungen nach Westeuropa vorübergehend gedrosselt.

Um die Versorgung von Privatkunden mit Gas zum Heizen auch im Falle erneuter Lieferausfälle aufzufangen, hat Italien sogar einen Notfallplan beschlossen. Das Ministerium für Wirtschaftsentwicklung hatte mitgeteilt, dass einige Wärmekraftwerke vorerst Öl statt Erdgas verfeuern sollten - gleichzeitig wurde die Versorgung einiger Industriekunden zeitweise eingestellt.

nck/dpa

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