Wohnungsmarkt in Großstädten Bei privaten Vermietern stiegen Mieten stärker

Tausende Menschen wollen diesen Samstag gegen steigende Mieten demonstrieren. Auszüge einer Studie legen derweil nahe, dass vor allem private Vermieter höhere Mieten verlangen als vor einigen Jahren.

Demonstration gegen hohe Mieten (Archivbild aus Frankfurt)
Frank Rumpenhorst/ dpa

Demonstration gegen hohe Mieten (Archivbild aus Frankfurt)


Bei privaten Vermietern sind die Mieten laut einer Studie des Deutschen Instituts der Wirtschaft (IW) stärker gestiegen als bei kommunalen Wohnungen und Genossenschaften. Das berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe, denen die Studie vorlag. Die privaten Vermieter modernisieren dem Bericht zufolge aber auch am stärksten.

Laut Funke-Zusammenfassung dreht sich die Studie um deutsche Großstädte mit mehr als einer halben Million Einwohner. Es heißt, die Studien-Autoren hätten sich - beruhend auf Daten des Sozio-ökonomischen Panels - angeschaut, wie sich kommunale, genossenschaftliche und private Vermieter in den Städten unterscheiden.

Während die Mieten in kommunalen Wohnungen demnach seit 2012 kaum und bei Genossenschaften sehr moderat gestiegen sind, gab es bei privaten Eigentümern und vor allem bei privaten Wohnungsunternehmen starke Mietpreiszuwächse. Habe die Differenz zwischen privaten und kommunalen Wohnungsunternehmen 2013 noch bei 0,70 Euro gelegen, habe sie sich 2017 auf 1,30 Euro erhöht.

Auch auf das Thema Enteignung geht die Studie ein. Angesichts der hohen Kosten einer Enteignung beziehungsweise der Signalwirkung von Enteignungen ohne vollständige Kompensation sei "von einer Enteignung privater Wohnungsgesellschaften dringend abzuraten", heißt es demnach.

Am Samstag wird demonstriert

In mehreren Städten in Deutschland und anderen europäischen Ländern sind für Samstag Demonstrationen für bezahlbaren Wohnraum geplant. Hintergrund ist der zunehmende Mangel an erschwinglichen Wohnungen vor allem in Ballungsgebieten.

Die größte Veranstaltung am deutschlandweiten Aktionstag von Mietervereinen und Protestinitiativen wird in Berlin erwartet, hier sind offiziell 6000 Teilnehmer zu einer Kundgebung unter dem Motto "Gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn" angemeldet.

Vor einem Jahr waren es bei der ersten großen Protestaktion dieser Art nach Angaben der Polizei mehr als 10.000 Teilnehmer vor Ort. Demonstrationen sind am Vormittag auch in München, Mannheim, Stuttgart, Köln, Frankfurt, Leipzig und Dresden geplant.

In Berlin beginnt am Samstag zudem eine Unterschriftensammlung für ein Volksbegehren. Die Initiative "Deutsche Wohnen und Co. enteignen" will erreichen, dass der Berliner Senat private Wohnungsgesellschaften mit mehr als 3000 Wohnungen enteignet und vergesellschaftet.

mbö/AFP/dpa

Mehr zum Thema


insgesamt 60 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
euro-paradies 06.04.2019
1. Die privaten Vermieter können Defizite aus der Vermietung NICHT auf
den Steuerzahler umlegen, wie das die von Kommunen oder vom Staat betriebenen Gesellschaften elegant erledigen. Wenn der private Vermieter chronisch Defizite einfährt geht er schlichtweg Pleite. Der Staat bzw. die Kommunen lösen das Problem einfach mit erhöhen der Abgaben bzw Steuern. So hat es der Erich auch gemacht, bis der Staat bankrott und verfallen war.
frank-thiele 06.04.2019
2. Weniger Wohnfläche
Dann stimmt auch die Mietbelastung wieder. Wohnen ist eine der großen Klimasünden, die in der öffentlichen Diskussion unterschätzt wird. Die Produktion von Zement und Baustahl ist sehr energieaufwändig und umweltschädlich. Man kann nicht einerseits für das Klima demonstrieren und anderseits auf großer Wohnfläche wohnen. Einem Single wird von Hartz IV eine Wohnfläche von 45 m² zugestanden. Für das Klima ist das schon zu viel und streng genommen auch nicht wirklich notwendig.
herbert 06.04.2019
3. Schuld ist die Politik
Unmengen Sozialwohnungen an Immobilien Unternehmen verkauft um die Haushaltlöcher zu stopfen, OHNE darüber nachzudenken, was mit den Mietern passiert. Die Mieterhöhungen haben sich hochgeschaukelt und fast jeder der was zu vermieten hat nimmt das Geld mit. Die Lösung ist jede Menge vom Staat gebaute Sozialwohnungen bauen damit der Mietwucher ein Ende hat. Letztlich haben wir auch hier ein totales Politik versagen !
simp 06.04.2019
4. Geld regiert auch hier die Welt
der Vermieter an sich möchte noch mehr geld haben, also wird, wann immer es geht, die miete erhöht, damit man dann besseren profit hat es geht immer ums geld nicht darum das jeder mensch eine bezahlbare vernünftig grosse Wohnung bekommt, das mit grossen Familien war ja schon in den 80zigern schwer eine heute grosse Wohnung zu bekommen, neue Wohnungen haben meistens nur max.90qm und da soll Mann dann Leben mit 5oder6 Leuten und schön eine Miete von 2000? bezahlen.....
quidquidagis1 06.04.2019
5. Vielleicht wäre es ..
..SPON mal wert über die sog."Mindestmiete" zu berichten.Hierdurch werden private Vermieter durch das Finanzamt verpflichtet,Miten zu erheben,wodurch die Vermietung nicht mehr als "Liebhaberei"zu werten ist,sondern ein Gewerbe zur Erziehlung von Gewinnen.In vielen Fällen ist es also der Staat ,der die Mieten nach oben treibt!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.