Angebliche Krisenwährung Gold ist weltweit wieder deutlich stärker gefragt

Im zweiten Coronajahr ist die Nachfrage nach Gold weltweit laut einem Branchenverband stark angestiegen – um satte zehn Prozent. Das hat Auswirkungen auf den Preis.
Goldbarren bei einem Händler in München: Viele Deutsche haben in der Pandemie ihre Bankschließfächer aufgefüllt

Goldbarren bei einem Händler in München: Viele Deutsche haben in der Pandemie ihre Bankschließfächer aufgefüllt

Foto: Sven Hoppe/ DPA

Die Nachfrage nach Goldbarren und Goldmünzen ist weltweit einer Branchenorganisation zufolge so groß wie seit acht Jahren nicht. Sie habe 2021 um 31 Prozent auf 1180 Tonnen zugelegt, teilte das World Gold Council (WGC) mit . Auch insgesamt wuchs demnach das Interesse an dem wertvollen Edelmetall: Die Nachfrage nach Gold – inklusive anderer Bereiche – stieg vergangenes Jahr um rund zehn Prozent von 3658 auf 4021 Tonnen.

Die Schmuckhersteller waren darunter für einen großen Schub verantwortlich: Sie machten vergangenes Jahr 2200 Tonnen der Nachfrage aus, im ersten Coronajahr 2020 war die Nachfrage in diesem Bereich laut WGC noch auf 1327 Tonnen eingebrochen. Inzwischen kauften Verbraucher, womöglich getrieben durch Inflationsängste, aber wieder vermehrt Schmuck.

Goldpreis bei mehr als 1600 Euro je Feinunze

Die Käufe der Zentralbanken trieben die weltweite Nachfrage ebenfalls. In diesem Bereich wuchs sie von 254 auf 463 Tonnen. Die Zentralbanken erhöhten damit laut Verband ihre globalen Reserven im zweiten Pandemiejahr fast auf ein 30-Jahres-Hoch. Im Technologiebereich wiederum stieg die Goldnachfrage 2021 um neun Prozent auf 330 Tonnen.

Der starke Anstieg der Nachfrage hat auch Auswirkungen auf den Goldpreis. Das Edelmetall, das vielen als krisensichere Währung gilt, verteuerte sich zuletzt wieder – auf mehr als 1600 Dollar je Feinunze.

Dagegen ging die Nachfrage nach Gold-ETFs, also börsengehandelten Goldfonds, und nach ähnlichen Produkten deutlich zurück. Nachdem hiervon 2020 noch 874 Tonnen nachgefragt wurden, waren es 2021 nur noch 173 Tonnen.

Die Nachfrage wird von Krisenängsten getrieben. Eine Investition in Gold ist jedoch nicht ohne Risiko – schon allein, weil das Edelmetall weder Zinsen noch Dividenden abwirft und auf lange Sicht bisher nur halb so viel Rendite gebracht hat wie Aktien. Goldanleger hoffen auf die Wertstabilität – und besonders unter Deutschen ist Gold beliebt. Gemessen an der Bevölkerungsgröße ist es Experten zufolge das goldaffinste Land.

apr