Trotz Wohnraummangel Zahl der Baugenehmigungen in Deutschland sinkt weiter
Baustelle in Rendsburg, Schleswig-Holstein
Foto: Marcus Brandt / dpaDer Rückgang bei Baugenehmigungen für Wohnungen in Deutschland hält an. Im Juli bewilligten die deutschen Behörden den Neu- oder Umbau von 30.653 Wohnungen. Das waren insgesamt 2,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. In den ersten sieben Monaten summierte sich die Zahl nach Berechnungen der Wiesbadener Behörde auf 216.425 – ein Minus von 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
In neu zu errichtenden Wohngebäuden wurden den Angaben zufolge von Januar bis Juli 2022 insgesamt 187.561 Wohnungen genehmigt. Das waren 2,0 Prozent oder 3807 weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Bewilligungen für Einfamilienhäuser sank deutlich um 16,1 Prozent auf 48.613. Allerdings hatte ein Jahr zuvor das Baukindergeld die Zahl der Baugenehmigungen in dieser Kategorie ansteigen lassen.
Sind Berlins Ziele gefährdet?
Bei den Zweifamilienhäusern blieb die Zahl genehmigter Wohnungen von Januar bis Juli des laufenden Jahres mit 19.100 gegenüber dem Vorjahreszeitraum fast unverändert. Bei Mehrfamilienhäusern gab es ein Plus von 7,1 Prozent auf 116.096 Einheiten.
Die Zahl der Baugenehmigungen ist mit Blick auf die Wohnungsnot in vielen Städten ein wichtiger Indikator. Allerdings werden genehmigte Wohnungen häufig zunächst nicht gebaut, weil Handwerker und Baufirmen wegen großer Nachfrage keine Kapazitäten haben. Auch gestiegene Preise für Baustoffe und Bauland bremsen.
Die Bundesregierung aus SPD, Grünen und FDP verfolgt das Ziel, jedes Jahr mindestens 400.000 neue Wohnungen zu bauen. Davon sollen 100.000 öffentlich geförderte Sozialwohnungen sein. Zur Erreichung dieses Ziels wäre eine erhebliche Ausweitung der Bautätigkeit in Deutschland nötig: Seit 2002 lag die Zahl neu fertiggestellter Wohnungen lediglich im Jahr 2020 knapp über der Marke von 300.000. Im vergangenen Jahr ging die Bautätigkeit hingegen bereits wieder zurück .