Sexmesse Shanghai
"Für viele Chinesen ist das noch zu viel"
Interessierte Chinesen konnten sich erstmals im Rahmen einer offiziell genehmigten Ausstellung über Kondome und Sexspielzeug informieren. Während es beim Publikum noch Berührungsängste gab, sind Aussteller der Shanghai Adult Expo 2004 nun voller Euphorie.
Shanghai - "Es ist revolutionär", sagt Wu Xiao, Vertriebsmanager von Wenzhou Lover Health Products, einem der größten chinesischen Hersteller von so genanntem "Erwachsenenspielzeug". Er ist begeistert, dass seine Branche ihren Geschäften mit Kondomen, Latex-Kleidung, Dildos und Gummipuppen nun auch im Licht der Öffentlichkeit nachgehen darf. Sein Chef Wu Wei strotzt geradezu vor Optimismus. "In fünf oder zehn Jahren", so sagt er voraus, "wird sich der Markt verdoppelt oder verdreifacht haben".
Solch waghalsige Prognosen sind keineswegs unbegründet. Der Markt für Sexartikel wächst mit Steigerungsraten von jährlich etwa 30 Prozent und hatte schon im Jahr 2003 offiziellen Schätzungen zufolge ein Volumen von mehr als 12 Milliarden Euro.
Foto: AFP
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Sex-Messe in Schanghai: "Für viele Chinesen ist das noch zu viel"
Noch vor 15 Jahren konnten Besitz oder Benutzung von Sexspielzeug zu einer Verhaftung führen. Deshalb spüren die Aussteller auch bei den rund 80.000 Besuchern noch Unsicherheiten. "Für viele Chinesen sind die Bilder und Spielzeuge wohl noch etwas zu viel", sagt beispielsweise Zhang Bing, Manager der Kondom-Marke Durex. Seiner Einschätzung nach ist China in weiten Teilen beim Thema Sex noch sehr konservativ. Nur in einigen modernen Städten wie Shanghai sei es möglich, überhaupt öffentlich über Sex zu sprechen.
Die ersten Gehversuche in Sachen sexueller Freiheit will Süßigkeitenfabrikant Sweet Supplier aus Hongkong unterstützen. Unter den Namen "Wilde Freundin" und "Jazzy, die Liebespuppe" bietet er Lutscher für Erwachsene an.
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