Sicherheitsmängel Chinas größter Spielzeugbauer ist pleite

Smart Union kennt hierzulande kaum einer. Dennoch finden sich die Spielzeuge des chinesischen Konzerns in den meisten deutschen Kinderzimmern. Jetzt ist der Mattel- und Disney-Zulieferer zahlungsunfähig.


Peking - Smart Union steht vor dem Aus: Die Finanzkrise und Skandale um Sicherheitsmängel haben Chinas größten Spielzeugbauer in den Ruin getrieben. Das Unternehmen aus Hongkong teilte am Freitag auf seiner Internet-Seite mit, dass es Insolvenz anmelden musste.

Entsorgung von Spielzeug made in China: Pleitewelle unter Herstellern
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Entsorgung von Spielzeug made in China: Pleitewelle unter Herstellern

Über das Schicksal seiner Angestellten machte Smart Union keine Angaben. Nach Berichten chinesischer Zeitungen musste der Zulieferer von US-Unternehmen wie Mattel und Disney bereits vor Tagen seine Fabriken in der südchinesischen Exportmetropole Dongguan schließen. Bis zu 7000 Arbeiter wurden entlassen, ausstehende Löhne seien nicht gezahlt worden.

China ist der weltgrößte Spielzeugexporteur. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua hatte bereits am Dienstag berichtet, dass zahlreiche der mehr als 3600 Spielzeugunternehmen des Landes im laufenden Jahr Pleite gegangen seien. Die Rede war vorwiegend von kleineren Firmen.

Als Grund für die Insolvenzwelle wurden vor allem die Kosten für die Erfüllung schärferer Sicherheitsstandards in vielen westlichen Ländern genannt. Die Auflagen waren nach einer Reihe von Skandalen um gefährliches oder gesundheitsschädliches Spielzeug eingeführt worden. Allein der US-Konzern Mattel musste mehr als 20 Millionen Spielzeuge zurückrufen, bei denen etwa Gefahren für Kleinkinder durch das Verschlucken von Teilen drohten.

suc/AFP



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