Sieg des Bunny "Playboy" darf in Indonesien verkauft werden

Der Bunny hat sich durchgesetzt: Trotz massiver Proteste ist das Herrenmagazin "Playboy" jetzt auch in Indonesien an Kiosken und in Zeitungsläden zu haben. Weil nackte Haut nur begrenzt gezeigt werden darf, will das Magazin durch literarische Qualitäten überzeugen.


Jakarta - Das Häschen-Magazin gibt sich betont zurückhaltend: Man wolle in dem größten muslimischen Land ohnehin keine Nacktfotos zeigen, hatte der lokale Lizenznehmer "PT Velvet Silver Media" schon vor Wochen versichert, als zahlreiche Glaubensgruppen gegen den geplanten Verkauf des "Playboy" in Indonesien Sturm liefen. Die literarische Qualität solle in den indonesischen Ausgaben Vorrang haben.

"Playboy"-Verleger Erwin Arnada: Keine Nackedeis, sondern literarische Qualität
AFP

"Playboy"-Verleger Erwin Arnada: Keine Nackedeis, sondern literarische Qualität

Was das genau heißen soll, davon können sich Interessierte jetzt selbst überzeugen. Nach einer heftigen öffentlichen Debatte steht das Männermagazin nun tatsächlich in den Zeitungsständern der indonesischen Kioske. Dabei sah es noch vor wenigen Monaten so aus, als ob sich der für Mitte das Jahres geplante Start wegen der massiven Proteste zumindest erheblich verzögern werde. Vertreter verschiedener muslimischer Gruppen forderten die Regierung immer wieder auf, gegen die Pläne von Verleger Erwin Arnada einzuschreiten.

Das nun auf den Markt gekommene erste Heft unterscheidet sich rein äußerlich kaum von einer normalen Modezeitschrift: Eine lächelnde und für "Playboy"-Verhältnisse recht hochgeschlossene Dunkelhaarige ziert das Cover. Kenner des Zeitungsmarkts vermuteten, die indonesische "Playboy"-Ausgabe werde wohl auch künftig einen ähnlichen Stil pflegen, wie lokale Franchise-Ausgaben von Herrenmagazinen wie FHM oder Maxim. Sie beschränken sich bei ihren Fotos auf recht spärlich bekleidete junge Damen, weil die Darstellung Nackter gesetzlich verboten ist. Ohnehin bedeutet der Siegeszug des Bunny keine sexuelle Revolution in Indonesien. Lifestyle-Herrenmagazine überschwemmen schon seit Jahren den Markt, einschlägige Videos sind an jeder Straßenecke zu haben.

Ase/AFP



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