Siemens-Chef Untreueparagraf beeinträchtigt Freiheit deutscher Manager

Siemens-Chef Heinrich von Pierer hat dem im Mannesmann-Prozess angeklagten Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann den Rücken gestärkt. Den Straftatbestand der Untreue hält Pierer für eine aus Managersicht äußerst lästige gesetzliche Regelung.


München - Er bedauere sehr, dass der Siemens-Aufsichtsrat Ackermann nicht bei der Siemens-Hauptversammlung sein könne, sagte Pierer am Donnerstag vor dem Aktionärstreffen in München. "Wir schätzen den Rat eines so erfahrenen Mannes sehr."

Pierer äußerte sich kritisch über den Fall Mannesmann. "Es kann nicht sein, dass unternehmerische Entscheidungen dadurch beeinträchtigt werden, dass man über sich immer das Damoklesschwert eines Untreue-Straftatbestandes sieht."

Er sehe mit einiger Sorge diese Entwicklung im deutschen Recht. Der Vorwurf gegen Ackermann in dem Prozess um Millionenzahlungen im Zuge der Mannesmann-Übernahme lautet auf Untreue in besonders schwerem Fall.



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