Sparprogramm beim Windanlagenbauer Siemens Gamesa streicht 2900 Stellen

Hohe Kosten, Materialengpässe, rote Zahlen: Siemens Gamesa ist angeschlagen. Der Konzernchef reagiert nun mit einer Radikalkur – rund zehn Prozent der Stellen weltweit werden gestrichen.
Turbine von Siemens Gamesa: Der Konzern streicht etliche Stellen

Turbine von Siemens Gamesa: Der Konzern streicht etliche Stellen

Foto: Vincent West / REUTERS

Wegen eines Umbauprogramms will der angeschlagene Windanlagenbauer Siemens Gamesa Tausende Stellen streichen. Der spanisch-deutsche Konzern streicht angesichts roter Zahlen 2900 seiner weltweit 27.000 Stellen, wie die Tochter des Energietechnikkonzerns Siemens Energy in Zamudio mitteilte.

Ein Großteil soll etwa mit 800 Stellen in Dänemark wegfallen, in Spanien sind 475 Arbeitsplätze betroffen und in Deutschland 300. Das Unternehmen werde mit den Arbeitnehmervertretern zusammenarbeiten, dabei sollen bevorzugt die natürliche Fluktuation oder interne Versetzungen genutzt werden.

Nur noch ein Entwicklungsteam

Gamesa machen hohe Kosten, Materialengpässe und Probleme mit seinen Landturbinen zu schaffen. Der Konzern erwartet für das laufende Geschäftsjahr 2021/22 Verluste – er hatte bereits mehrfach seine Prognose senken müssen.

Um die Profitabilität zu stabilisieren und mittelfristig zu verbessern, will der Unternehmenschef Jochen Eickholt den Konzern neu aufstellen. So sollen die verschiedenen Strukturen und Technologien vereinheitlicht werden. Geplant ist künftig nur noch ein Entwicklungsteam über alle Plattformen hinweg, gleiches gilt für die Produktion. Zudem hatte Gamesa angekündigt, die Kapazitäten überprüfen zu wollen. Eickholt erhofft sich so einfachere und schlankere Abläufe. Mehrheitseigner Siemens Energy hat derweil angekündigt, die schwächelnde Tochter vollständig übernehmen zu wollen. Die neue, schlankere Struktur werde zum 1. Januar in Kraft treten.

Siemens Gamesa Renewable Energy hat seinen Sitz im spanischen Baskenland. Das Unternehmen stellt Windkraftanlagen für Land und See her und gehört zu den weltweit größten Anbietern. 2017 hatte Siemens seine eigene Windkraftsparte mit Gamesa fusioniert, den Spaniern damals aber den Hauptsitz des gemeinsamen Unternehmens und die Führung über das Onshore-Geschäft überlassen. Siemens Energy bemüht sich schon länger, die Lage bei Gamesa zu stabilisieren. Beispielsweise wechselten Manager von Siemens Energy in Spitzenpositionen in Spanien: So auch Jochen Eickholt, der seit Anfang März Chef bei Gamesa ist.

ani/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.