Siemens-Konzernstruktur Zwei Vorstände stehen auf der Kippe

Der neue Siemens-Chef Löscher macht ernst: Mit der neuen Struktur des Konzerns sollen auch die beiden Vorstände Sharef und Wucherer ausscheiden. Nach Medienberichten will der Aufsichtsrat ihre Verträge nicht verlängern.


Frankfurt am Main - Spekuliert wurde darüber schon länger, doch jetzt verdichten sich die Hinweise: Die Verträge der beiden Siemens-Vorstände Uriel Sharef und Klaus Wucherer laufen zum 31. März kommenden Jahres aus und sollen dann nicht verlängert werden. Das berichtet die "Welt" ohne Angabe von Quellen. Damit würden nach Klaus Kleinfeld, Heinz-Joachim Neubürger und Thomas Ganswindt zwei weitere Vorstände im Zuge der Siemens-Schmiergeldaffäre ihre Jobs verlieren.

Eingang des Siemens-Gebäudes: Neue Konzernstruktur ohne alte Vorstände
DDP

Eingang des Siemens-Gebäudes: Neue Konzernstruktur ohne alte Vorstände

Sharef ist für die Kraftwerkssparte des Technologiekonzerns zuständig, die nach inzwischen vorliegenden Erkenntnissen auch stark von dem Korruptionsskandal betroffen ist. Ähnlich wie im Konzernbereich Kommunikation sollen offenbar auch hier über viele Jahre hinweg schwarze Kassen geschaffen und Auftraggeber bestochen worden sein. Die Ermittler sind hier auf fragwürdige Zahlungen in Höhe von 300 Millionen Euro gestoßen.

Seit einiger Zeit wird spekuliert, dass Sharef und Wucherer - beide 63 - mit der Installation der neuen Struktur aus dem Konzern ausscheiden. Sharef betreut neben dem Kraftwerksbau auch die Energieverteilung sowie das Amerikageschäft. Wucherer ist für die Automatisierungs- und Verkehrstechnik, den Anlagenbau sowie Asien und Australien zuständig.

Eine Siemens-Sprecherin nannte den Bericht "reine Spekulation im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung am 28. November". An diesem Termin soll das Kontrollgremium nach dem Wunsch von Vorstandschef Peter Löscher den Umbau des Konzerns absegnen.

Siemens soll ab Januar umgebaut werden. Auf oberster Ebene wird es künftig die drei Bereiche Energie, Industrie und Gesundheit geben mit jeweils einem operativ verantwortlichen Vorstand an der Spitze. Bislang herrscht bei Siemens Chart zeigen das sogenannte Coaching vor, das auch Sharef und Wucherer betreiben. Dabei betreuen Mitglieder des Zentralvorstands - des obersten Führungsgremiums - einen Bereich, sind operativ aber nicht verantwortlich. Die Neuordnung dürfte damit auch das Ende des Zentralvorstands bedeuten, in dem beide Manager sitzen.

sam/dpa-AFX



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