Siemens-Sparte SBS Sanierung ohne Erfolg

Vor wenigen Wochen kündigte Siemens-Chef Kleinfeld verschärfte Sanierungsbemühungen in der Verlustsparte SBS an. Das war wohl auch bitter nötig - der Bereich soll in drei Quartalen ein Minus von 400 Millionen Euro eingefahren haben.


Frankfurt am Main/München - Stimmt die Summe, wäre die IT-Service-Sparte aktuell der größte Verlustbringer des Konzerns. Die "Welt" will die Zahl aus Konzernkreisen erfahren haben - sie bezieht sich auf die ersten drei Quartalen 2005/06.

Schon im vergangenen Geschäftsjahr machte der Bereich einen Verlust von 690 Millionen Euro. Ein Siemens-Sprecher wollte sich heute nicht zu genannten aktuellen Daten äußern. Offiziell legt der Konzern seine Quartalszahlen erst am Donnerstag vor.

Siemens-Chef Kleinfeld: Ideen für SBS dringend gesucht
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Um den Verlust weiter zu senken, hatte Siemens Chart zeigen den Abbau von rund 2750 Arbeitsplätzen bei SBS in Deutschland angekündigt. Bisher sei mehr als die Hälfte des Stellenabbaus über freiwillige Maßnahmen erfolgt, teilte der Konzern mit. Weltweit beschäftigt SBS 34.000 Mitarbeiter, davon 12.000 in Deutschland.

Für die restlichen Mitarbeiter sei eine Qualifizierungs- und Vermittlungsgesellschaft gegründet worden, die bereits am 1. September starte, so Siemens. Die neue Einheit solle - bereits mit einer Abfindung ausgestatteten - Mitarbeitern "eine neue, langfristige Perspektive innerhalb oder außerhalb von Siemens eröffnen".

Die Teilnehmer des Programms bekämen weiterhin monatlich Bezüge, könnten sich aber ausschließlich auf ihre Jobsuche konzentrieren. Die Zeit in der Einheit gelte zudem als Dienstzeit und werde für die betriebliche Altersversorgung und das Dienstjubiläum angerechnet. Das Programm soll auf zwei Jahre befristet sein.

SBS will bei dem Programm von den guten Erfahrungen in der Siemens-Kommunikationssparte Com profitieren, wo vielen Beschäftigten auf diesem Weg innerhalb des Konzerns oder extern ein neuer Arbeitsplatz vermittelt werden konnte. Dort seien zum Beispiel 2003 in einer ersten Welle fast alle der rund 400 Mitarbeiter erfolgreich an neue Arbeitgeber vermittelt worden, hieß es.

itz/ddp/dpa/reuters



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