Ukraine-Sanktionen Siemens stoppt Neugeschäft in Russland

Mit Siemens stellt der wohl größte deutsche Player auf dem russischen Markt seine Aktivitäten ein. Service- und Wartungsarbeiten sind davon zunächst nicht betroffen.
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Siemens wird bis auf Weiteres keine neuen Geschäfte in Russland abschließen. Das bestätigte eine Sprecherin des Konzerns dem SPIEGEL. Man habe alle neuen Geschäfte und internationalen Lieferungen nach Russland eingestellt.

Der Grund: »Wir halten uns bei unseren Geschäftsaktivitäten in und mit Russland selbstverständlich an geltendes Recht sowie an die geltenden Exportkontrollrichtlinien und an das geltende Sanktionsrecht«, so die Sprecherin. Seit dem Einmarsch Russlands in der Ukraine am 24. Februar versuchen die USA, die Länder der Europäischen Union und weitere Staaten, durch drastische Wirtschaftssanktionen Druck auf Russland auszuüben.

Man prüfe weiterhin die vollen Auswirkungen der Sanktionen, hieß es weiter von Siemens: »Unsere lokalen Service- und Wartungsaktivitäten werden wir unter strikter Einhaltung der Sanktionen fortsetzen.«

Zuerst hatte Joe Miller, Korrespondent der »Financial Times«, davon auf Twitter berichtet.

Die aktuelle Anzahl der Siemens-Mitarbeiter in Russland bewegt sich nach Unternehmensangaben im niedrigen vierstelligen Bereich. Demnach entfällt etwa ein Prozent des weltweiten Umsatzes auf Russland.

Siemens hat große Standorte in Moskau und Sankt Petersburg. Darüber gibt es diverse Vertriebsbüros.

Auch der Energietechnikkonzern Siemens Energy stoppt sein Neugeschäft mit Russland. Siemens hatte das Energiegeschäft vor eineinhalb Jahren abgespalten. »Siemens Energy unterstützt die Haltung der internationalen Regierungskoalition, die Sanktionen gegen Russland verhängt hat«, und verurteile den Angriff auf die Ukraine, hieß es in einer Erklärung des Vorstands an die Mitarbeiter: »Wir sprechen dem ukrainischen Volk, unseren Mitarbeitenden und ihren Familien, die unter diesem Krieg leiden, unsere Solidarität aus und hoffen auf ein sofortiges Ende aller militärischen Aktionen.« Priorität habe aktuell die Unterstützung der Mitarbeitenden und ihrer Familien vor Ort.

mhs/mamk/dpa
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