»Mosi-oa-tunya« Simbabwe will Inflation mit Einführung von Goldmünzen bekämpfen

Im Juni erreichte die Inflationsrate in Simbabwe 192 Prozent. Jetzt sollen Goldmünzen als Wertaufbewahrungsmittel helfen. Längerfristig soll der Dollar gesetzliches Zahlungsmittel werden.
Reverse Bank in Harare, Simbabwe (2019): Goldmünzen sollen dem Land im Kampf gegen die Inflation helfen

Reverse Bank in Harare, Simbabwe (2019): Goldmünzen sollen dem Land im Kampf gegen die Inflation helfen

Foto: PHILIMON BULAWAYO / REUTERS

Simbabwe reagiert mit der Einführung von Goldmünzen auf Währungsturbulenzen und die starke Inflation. Die Zentralbank des Landes im Süden Afrikas will noch in diesem Monat mit dem Verkauf von Goldmünzen als Wertaufbewahrungsmittel beginnen.

Ab 25. Juli sollen diese in der Landeswährung, in Dollar und in anderen Fremdwährungen zu einem Preis verkauft werden, der sich nach dem aktuellen internationalen Goldpreis und den Produktionskosten richtet, wie Zentralbankchef John Mangudya ankündigte. Die »Mosi-oa-tunya«-Münze – benannt nach den Victoriafällen – kann in Bargeld umgetauscht und im In- und Ausland gehandelt werden, so die Zentralbank.

Leitzins bei 200 Prozent

Die Münze werde – wie etwa auch der südafrikanische Krügerrand – eine Feinunze Gold enthalten und unter anderem von den lokalen Banken verkauft, hieß es. Goldmünzen werden von internationalen Anlegern zum Schutz gegen Inflation und Risiken wie Kriege eingesetzt.

Simbabwe hatte 2009 seinen heimischen Dollar aufgegeben – und entschied sich stattdessen für die Verwendung ausländischer Währungen, vor allem des US-Dollars. 2019 führte die Regierung die Landeswährung wieder ein. Diese hat allerdings rasch wieder an Wert verloren. Die Zentralbank plant, den US-Dollar in den nächsten fünf Jahren zum gesetzlichen Zahlungsmittel zu machen – das soll das Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung des Landes stärken.

Simbabwes Zentralbank hatte den Leitzins erst in der vergangenen Woche mehr als verdoppelt – von 80 auf 200 Prozent. Grund dafür ist der enorme Anstieg der Lebenshaltungskosten. Die Inflationsrate kletterte im Juni auf fast 192 Prozent. Das wirft einen Schatten auf den Versuch von Präsident Emmerson Mnangagwa, die Wirtschaft wieder anzukurbeln.

Die rasant steigende Inflation in Simbabwe setzt der Bevölkerung zu, die Menschen haben bereits mit Engpässen zu kämpfen. Das weckt Erinnerungen an das wirtschaftliche Chaos, das vor Jahren unter der fast vier Jahrzehnte währenden Herrschaft des langjährigen Machthabers Robert Mugabe herrschte.

ani/Reuters
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