Snobismus-Vorwurf Lagerfeld zürnt Hennes & Mauritz

Trotz des Erfolgs seiner H&M-Kollektion ist Modedesigner Karl Lagerfeld sauer auf die Bekleidungskette. Die Schweden hätten seine Entwürfe verstümmelt und die Kundschaft durch ein zu knappes Angebot verärgert. Das sei "Snobismus im Antisnobismus".


H&M-Plakat: Viele gingen leer aus
REUTERS

H&M-Plakat: Viele gingen leer aus

Hamburg - Kurz nach dem Verkaufsstart am vergangenen Freitag hatten sich in deutschen Hennes & Mauritz-Filialen teils tumultartige Szenen abgespielt. Bereits am Samstagvormittag waren große Teile der mit viel Marketing-Tamtam angekündigten Lagerfeld-Kollektion ausverkauft. Trotz des Ansturms ist "Karl der Große" sauer und will keine weitere Kollektion für die schwedische Kette entwerfen. Nach Angaben des Magazins "Stern" ärgert sich der Designer vor allem über die Verkaufsstrategie von H&M. Lagerfeld sagte, es sei "peinlich", dass durch die Limitierung der Auflage so viele Leute verstimmt worden seien.

"Die haben nämlich nicht genug der Teile produziert und sie nicht einmal in der Hälfte aller Läden verkauft", kritisierte er. "Das finde ich nicht nett, besonders den Kunden in kleinen Städten und den Ländern im Osten gegenüber. Das ist Snobismus im Antisnobismus." Außerdem hätten die Schweden gewisse Konfektionsgrößen einfach größer gemacht. "Was ich entworfen habe, ist eine Mode für schmale, schlanke Leute." Die "unverständlichen Entscheidungen der Direktion in Stockholm nehmen mir jede Lust, so etwas noch einmal zu machen". Über eine zweite Kollektion war in der Branche zwar spekuliert worden, geplant war sie aber nach Angaben beider Seiten nicht.

Einige Teile der Kollektion seien komplett ausverkauft, bestätigte H&M-Sprecher Mathias Geduhn am Mittwoch. "Wir konnten nicht damit rechnen, dass es Kunden gibt, die die ganze Kollektion kaufen." Nun solle die Restware neu verteilt werden - von Filialen mit noch übrigen Lagerfeld-Teilen in die ausverkauften Geschäfte. Das besonders beliebte T-Shirt werde nachproduziert, sagte Geduhn.



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