Software-Konzern Oracle kämpft sich durch die Krise

Durchwachsene Bilanz bei Oracle: Der Softwarehersteller hat im vergangenen Quartal sieben Prozent weniger Gewinn gemacht als ein Jahr zuvor - eigentlich kein Grund zum Jubeln. Doch der US-Konzern rühmt sich, besser als der deutsche Konkurrent SAP durch die Krise zu kommen.


New York/Boston - Der SAP-Rivale Oracle Chart zeigen hat die Wirtschaftskrise bislang besser verkraftet als erwartet. Der Nettogewinn fiel zwar im vierten Geschäftsquartal um sieben Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn habe aber bei 46 Cent je Aktie gelegen, teilte der Konzern mit. Damit übertraf Oracle die Voraussagen des Marktes - und auch die eigenen Prognosen.

Oracle-Zentrale in Kalifornien: Der Softwarekonzern bewältigt die Krise besser als erwartet
DPA

Oracle-Zentrale in Kalifornien: Der Softwarekonzern bewältigt die Krise besser als erwartet

Vorsorglich hatte der Konzern im März vor den Folgen der Rezession und des wieder erstarkten Dollarkurses gewarnt. Damit senkte Oracle die Erwartungen von Marktbeobachtern. Nun konnte der Konzern mit seinen Zahlen positiv überraschen, obwohl das Softwaregeschäft schrumpfte.

Weltweit sparen Firmen angesichts der schwachen Konjunktur und geben weniger für Unternehmenssoftware aus. Die Verkäufe neuer Programme fielen um 13 Prozent auf 2,74 Milliarden Dollar. Insgesamt ging der Umsatz von Oracle um fünf Prozent auf 6,86 Milliarden Dollar zurück.

Bereits im dritten Quartal hatte der Konzern die Krise dank seines Sparkurses, höherer Lizenz- und Wartungseinnahmen sowie steigender Marktanteile vergleichsweise gut weggesteckt. Oracle bemühte sich daher hervorzuheben, dass man sich besser entwickle als Konkurrenten - insbesondere SAP.

Der US-Konzern betonte, das eigene Geschäft in Europa sei bereinigt um Wechselkurs-Schwankungen um fünf Prozent gewachsen, während die Erlöse von SAP auf dieser Basis um 27 Prozent geschrumpft seien. Ein Branchenexperte wies allerdings darauf hin, dass Oracle "wie immer" sagte, man habe SAP Chart zeigen Marktanteile abgenommen. Zwischen Oracle und SAP herrscht ein harscher Ton. Der US-Konzern wirft seinem deutschen Erzrivalen in einem Fall auch Industriespionage vor. Oracle will SAP seit Jahren von der Spitzenposition im Markt der Unternehmenssoftware verdrängen.

Im gesamten Geschäftsjahr verbesserte sich der Umsatz um vier Prozent auf 23,3 Milliarden Dollar, während der Gewinn um ein Prozent auf 5,6 Milliarden Dollar zulegte. Auch für das laufende Quartal zeigte sich Oracle-Chef Larry Ellison optimistisch. Das Unternehmen sei "ziemlich gut" durch die Wirtschaftskrise gekommen und von den Kunden vernehme er nun wieder eine wachsende Investitionsbereitschaft.

tko/dpa/Reuters



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