Softwarekonzern SAP wächst weiter

Europas größter Softwarehersteller SAP hat im ersten Quartal Gewinn und Umsatz gesteigert - wenn auch etwas weniger als erwartet. Der Konzern hat damit zwar seinen Marktanteil ausgebaut, aber Konkurrent Oracle ist ihm dicht auf den Fersen.

Walldorf - Der Betriebsgewinn stieg in den ersten drei Monaten nach vorläufigen Zahlen um sechs Prozent auf 433 Millionen Euro an, wie das Unternehmen heute mitteilte. Der Umsatz mit den wichtigen Softwarelizenzen kletterte um zehn Prozent auf 563 Millionen Euro. Experten hatten mit einem Anstieg des Gewinns auf 442 Millionen Euro gerechnet. Grund für den geringeren Gewinn seien hohe Investitionen und steigende Umsätze beim Konkurrenten Oracle  , der vor allem in Asien und Amerika zulegte, hieß es.

Unter dem Strich verdiente SAP im ersten Quartal 310 Millionen Euro und damit zehn Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Gesamtumsatz stieg um sechs Prozent auf 2,2 Milliarden Euro, wobei vor allem der von Experten beobachtete Produkt- und Lizenzumsatz im Rahmen der Erwartungen zulegte.

"Wir sind sehr zufrieden mit den Ergebnissen des ersten Quartals", sagte Vorstandssprecher Henning Kagermann in Walldorf. Währungsbereinigt seien die Erlöse aus Software und softwarebezogenen Services deutlich gesteigert und zweistellige Wachstumsraten in allen Regionen erzielt worden.

Das Unternehmen bestätigte seine Prognose. SAP erwartet für 2007 bei den Software- und sonstigen softwarebezogenen Serviceerlösen ein Wachstum ohne Berücksichtigung der Wechselkurseinflüsse in einer Spanne von 12 bis 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Um zusätzliche Marktchancen in neuen, noch unberührten Segmenten im Mittelstand zu erschließen, will das Unternehmen über den Zeitraum von zwei Jahren rund 300 bis 400 Millionen zusätzlich investieren, um ein neues Geschäftsfeld aufzubauen.

"Weder Desaster noch Befreiungsschlag"

Die Aktie, die sich in der vergangenen Woche besser als der Gesamtmarkt entwickelte, zeigte sich heute nahezu unverändert. "Die Zahlen sind weder ein Desaster noch ein Befreiungsschlag für SAP", sagte ein Händler. Das SAP-Papier   ist seit Anfang des Jahres unter Druck, nachdem der Softwarehersteller die für 2006 versprochenen Wachstumsraten nicht halten konnte und für 2007 eine sinkende Profitabilität in Aussicht gestellt hatte.

Beim viel beachteten Lizenzumsatz - dem wichtigsten Indikator für den künftigen Gesamterlös - konnte SAP im ersten Quartal währungsbereinigt um 16 Prozent zulegen, vor allem in Amerika und im asiatischen Raum. In Nordamerika sei der Lizenzumsatz ohne Währungseffekte um 22 Prozent gestiegen. Wegen des schwachen Dollar sei dies in Euro gemessen ein Plus von elf Prozent.

Der Marktführer bei betriebswirtschaftlicher Anwendungssoftware baut damit nach eigener Darstellung seine Position aus. Gemessen am Produktumsatz habe der Marktanteil im ersten Quartal bei 25,1 nach 24,5 Prozent im vierten Quartal 2006 betragen. Konkurrent Oracle proklamiert allerdings für sich ebenfalls steigende Marktanteile im Anwendungsbereich.

sam/AP/dpa-AFX

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