Softwarestreit Microsoft bietet EU Kompromiss an

Microsoft hat sich im letzten Moment dem Druck der EU-Kommission gebeugt. Der US-Softwareriese hat der Europäischen Union im schwelenden Kartellstreit doch noch fristgerecht einen Kompromissvorschlag vorgelegt.


Microsoft-Produkte: EU erhält Friedensangebot
DPA

Microsoft-Produkte: EU erhält Friedensangebot

Brüssel - "Wir haben die Vorschläge eingereicht und erwarten die Antwort der EU-Kommission", sagte der Sprecher des US-Softwarekonzerns, Tom Brookes. "Wir werden dies sehr genau analysieren und dann entscheiden, ob es ausreichend ist", sagte Jonathan Todd, Sprecher der EU-Wettbewerbsbehörde. Die Prüfung des Vorschlags dürfte mehrere Wochen dauern.

Bis Dienstag, 24 Uhr MEZ musste Microsoft Chart zeigen der EU ein Angebot vorlegen. Falls sich der Konzern aus Redmond dem nicht gebeugt hätte, hätten die Wettbewerbshüter ein Zwangsgeld verhängen können. Dies hätte bis zu fünf Prozent des täglichen Microsoft-Umsatzes von fünf Millionen Euro betragen können und wäre jeden Tag erneut fällig geworden.

Die EU hat Microsoft im März 2004 zu einer Geldstrafe von 497 Millionen Euro verurteilt. Die Europäische Union reagierte damit auf das Ergebnis eigener Kartellermittlungen, wonach Microsoft seine marktbeherrschende Stellung bei Computer-Betriebssystemen dazu genutzt hat, Konkurrenten zu schaden.

Zu den damals verhängten Auflagen gehört auch die Verpflichtung, dass Microsoft anderen Unternehmen den Programmcode bestimmter Windows-Schnittstellen veröffentlicht. Hier wurde zuletzt über den Preis verhandelt, den Microsoft dafür verlangen darf. Eine weitere Auflage, die Entwicklung einer Windows-Version ohne vorinstallierten Media Player zum Abspielen von Musik und Filmen, hat Microsoft nach Ansicht der EU nur unzureichend umgesetzt.

Microsoft hat gegen die Kommissionsentscheidung Klage beim Europäischen Gerichtshof eingereicht. Das Gericht Erster Instanz entschied im Dezember allerdings, dass der Konzern die Auflagen umsetzen muss, auch wenn die Berufungsklage noch läuft.



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