Sommer VoiceStream "nicht besonders preiswert"

Telekom-Chef Ron Sommer hat den Kauf des US-Mobilfunkbetreibers VoiceStream verteidigt. Er räumte allerdings ein, kein Schnäppchen gemacht zu haben.


Hat teuer eingekauft: Ron Sommer
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Hat teuer eingekauft: Ron Sommer

Hannover - Es gebe keine Möglichkeit, sich auf dem US-Markt für einen "Schnäppchenpreis" an einem Unternehmen zu beteiligen, sagte Sommer auf der Expo 2000. Er räumte gleichzeitig ein, "dass man diese Transaktion nicht gerade als besonders preiswert bezeichnen" könne. Er gehe aber davon aus, dass die Kosten für mögliche Beteiligungen "eher weiter steigen werden".

Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post hat den Kauf von VoiceStream als positives Zeichen für den Wettbewerb am internationalen Telefonmarkt bewertet. Der Vorsitzende, Klaus-Dieter Scheurle, sagte in Bonn, die Regulierungsbehörde unterstütze es grundsätzlich, wenn sich ein Unternehmen im Ausland betätige. Dies sei ein "ganz natürlicher Vorgang" und nütze den Verbrauchern, so Scheurle. Vor dem Hintergrund des liberalisierten Marktes in Deutschland sei es auch zu begrüßen, wenn sich europäische Firmen auf dem US-Markt bewegten.

Im deutschen Aktienhandel verloren die T-Aktien bei hohen Umsätzen dagegen wegen anhaltender Bedenken der Investoren. Sie empfänden den Kaufpreis für VoiceStream als zu hoch, hieß es im Aktienhandel. In der Spitze verloren Telekom 5,5 Prozent auf ein Jahrestief von 52,22 Euro, erholten sich im Verlauf aber etwas auf ein Minus von zuletzt knapp fünf Prozent. Händler verwiesen darauf, dass etwa France Télécom für den britischen Mobilfunkanbieter Orange rund 80 Milliarden Mark gezahlt hatte. Zum Zeitpunkt der Übernahme Ende Mai hatte Orange knapp sieben Millionen Kunden. Bei VoiceStream sind es nur 2,2 Millionen Kunden. Sommer sagte dazu, man habe einen "strategischen Preis" bezahlen müssen, um im US-Markt Fuß zu fassen.



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