Sony Akku-Rückrufe belasten Gewinnprognose

Der japanische Elektronikkonzern Sony hat nach den zahlreichen Rückrufen von Laptop-Akkus die Ertragsprognose für das laufende Geschäftsjahr kräftig nach unten revidiert. Auch die geplante Preissenkung für die neue Playstation 3 belastet das Geschäft.


Tokio - Sony Chart zeigen hat die Erwartungen für das Geschäftsjahr 2006/2007 gesenkt. Wie das Unternehmen mitteilte, dürfte sich der Nettogewinn auf noch 80 Milliarden Yen (537 Millionen Euro) belaufen. Im Juli hatte das Unternehmen noch 130 Milliarden Yen anvisiert. Die Prognose für den operativen Ertrag senkte Sony von 130 Milliarden auf 50 Milliarden Yen. Der Konzern rechnet weiterhin mit einem Umsatz von 8,2 Billionen Yen, das entspricht 55,2 Milliarden Euro.

Sony-Akku (aus Dell-Fertigung): Überhitzungs- und Feuergefahr
AP

Sony-Akku (aus Dell-Fertigung): Überhitzungs- und Feuergefahr

Sony erklärte, im Quartal von Juli bis September seien Kosten von 51 Milliarden Yen für den Rückruf von defekten Notebook-Akkus entstanden. Hinzu kommt die angekündigte Preissenkung für die Spielkonsole Playstation 3, die im November in Japan und den USA auf den Markt kommen soll. Bereits Anfang der Woche hatte Sony auf eine Gewinnwarnung hingewiesen, aber noch keine Zahlen genannt.

Im August hatte es eine Vielzahl von Rückrufen fehlerhafter Laptop-Akkus aus Sony-Produktion gegeben. Seitdem haben mehrere Konzerne, darunter führende Anbieter wie Dell Chart zeigen, Lenovo Chart zeigen und Apple Chart zeigen, mehr als acht Millionen Akkus zurückgerufen. Grund für die Rückrufe sind Fehler in der Produktion. Es besteht Überhitzungs- und Feuergefahr. Sony trägt die Kosten für die Umtauschaktionen. Toshiba erwägt sogar eine Klage gegen Sony.

Nach Angaben des japanischen Unternehmens können die Akku-Batterien in seltenen Fällen überhitzen und in Brand geraten. Bisher hatte Sony darauf verwiesen, dass dies nicht grundsätzlich an den verwendeten Akku-Zellen liege, sondern auch am jeweils herstellerspezifischen Design der Akkus. Sonys Zellen werden in zu den jeweiligen Laptops passenden Akkus verbaut, mitunter könnte dabei die mindestens notwendige Abschirmung der Akkuzellen unterschritten worden sein: Dass Lithium-Ionen-Akkus Hitze entwickeln, liegt in der Technik begründet. Die Zellen müssten darum grundsätzlich hinreichend ummantelt sein - was auch bei Sonys nun zurückgerufener Vaio-Produktserie nicht der Fall zu sein scheint.

Schlecht ist all das für den Laptop-Markt. An Lithium-Ionen-Akkus geht derzeit kaum ein Weg vorbei. Gestiegene technische Anforderungen wie die immer höher ansetzenden Erwartungen der Kunden haben die Akku-Technik jedoch an ihre Grenzen geführt und mitunter möglicherweise darüber hinaus. Immer mehr Leistung bei immer mehr Laufzeit ist mit Lithium-Ionen nicht mehr zu machen. Versuche der Industrie, beispielsweise mit Brennstoffzellen einen Ersatz zu schaffen, haben bisher keine Marktreife erreicht. Die Hersteller hoffen nun auf Nachfolgetechniken wie die Silber-Zink-Akkus, die Ende September erstmals auf dem Intel Chart zeigen Developers Forum vorgestellt wurden.

tim/ase/dpa-AFX/AP



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