Sorge vor Engpass Ölpreis steigt auf Rekordhoch

Die Anhebung der Fördermengen hat nichts genutzt: Der US-Ölpreis ist auf den höchsten Stand aller Zeiten gestiegen. Sorge machen den Händlern die geringen Lagerbestände - kurz vor Beginn der Heizperiode.


New York - Der Preis für US-Leichtöl kletterte zeitweise um rund einen Dollar auf 79,29 Dollar je Barrel (159 Liter). Das bisherige Rekordhoch lag bei 78,77 Dollar. Kopfzerbrechen bereitet den Händlern vor allem der überraschend starke Rückgang der US-Ölvorräte zu Beginn der Heizperiode. Die Lagerbestände nahmen nach Behördenangaben in der vergangenen Woche um sieben Millionen Barrel ab - Experten hatten lediglich mit einem Rückgang von gut zwei Millionen Barrel gerechnet.

Das Ölkartell Opec hatte gestern die Fördermengen moderat um 500.000 Barrel pro Tag erhöht. Dies war jedoch eher eine symbolische Geste gegenüber den Verbraucherländern, die wegen der hohen Ölpreise Angst vor einem Abwürgen des Wirtschaftsaufschwungs haben. Die Internationale Energieagentur (IEA) - ein Interessenverband der Industrieländer - kritisierte die Erhöhung der Fördermenge als zu gering. "Das ist eine kleinere Erhöhung, als wir erhofft hatten", sagte Lawrence Eagles von der IEA. Er rief die Förderländer dazu auf, den Ölhahn weiter aufzudrehen, sobald es Anzeichen von Engpässen gebe.

Angesichts der hohen Preise dürfte der weltweite Ölverbrauch der IEA zufolge bis zum kommenden Jahr jedoch langsamer zunehmen als bislang angenommen. Ein Barrel der Nordsee-Ölsorte Brent kostete heute in der Spitze 77,18 Dollar und war damit ebenfalls nicht mehr weit entfernt von seinem Rekordhoch von 78,65 Dollar vor etwa einem Jahr.

sam/Reuters



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