3,6 Millionen ohne Job Harter Winter treibt Arbeitslosigkeit hoch

Der Winter kostet Hunderttausende Deutsche den Job - die Arbeitslosenquote ist im Januar um 0,8 Prozentpunkte auf 8,6 Prozent gestiegen. Die gute Nachricht: Saisonbereinigt ist die Zahl der Erwerbslosen fast gleich geblieben, die Wirtschaftkrise hat den Arbeitsmarkt noch nicht voll erfasst.

Arbeitsamt in Hamburg: Kurzarbeit puffert die Auswirkungen der Krise
DDP

Arbeitsamt in Hamburg: Kurzarbeit puffert die Auswirkungen der Krise


Nürnberg - Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Januar wegen des strengen Winters erwartungsgemäß gestiegen. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mitteilte, waren 3,617 Millionen Menschen offiziell arbeitslos gemeldet. Das sind 342.000 mehr als im Vormonat und 129.000 mehr als im Januar 2009. Die Arbeitslosenquote hat sich damit im Vergleich zum Vormonat von 7,8 auf 8,6 Prozent erhöht.

Saisonbereinigt ist die Zahl der Erwerbslosen um 6000 auf 3,429 Millionen geklettert. Volkswirte hatten im Durchschnitt mit einem Anstieg um 17.000 gerechnet. Im Westen nahm die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl um 10.000 zu, im Osten verringerte sie sich um 4000.

"Auch zum Jahresbeginn zeigt sich der deutsche Arbeitsmarkt weiter robust", sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. "Die Arbeitslosigkeit ist lediglich im jahreszeitlich üblichen Umfang gestiegen", fügte er hinzu. Die Wirtschaftskrise habe sich bislang weniger stark als befürchtet auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt.

Das zeigt sich auch in der Prognose der BA: Im Jahresdurchschnitt werden nach neuesten Prognosen zwischen 3,7 und 3,8 Millionen Männer und Frauen arbeitslos sein, sagte Weise. Bisher war die Bundesbehörde von einer durchschnittlichen Jahresarbeitslosigkeit von 4,1 Millionen ausgegangen. Nach der positiven Entwicklung der vergangenen Monate hatte sich bereits abgezeichnet, dass diese Prognose nach unten korrigiert werden müsse.

Noch immer puffere die Kurzarbeit die Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise ab, sagte Weise. Im Januar waren nach Schätzungen der BA knapp eine Million Beschäftigte in Kurzarbeit. Die Zahl der Neuanmeldungen habe zum Jahresauftakt zwischen 70.000 und 100.000 gelegen. Damit sei die Nachfrage nach diesem Instrument leicht gesunken.

ore/ddp/dpa



insgesamt 15 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
silenced 28.01.2010
1. <->
Ich möchte mal den Tag erleben, an dem die reale Zahl der Arbeitslosen benutzt wird, und nicht immer nur diese schöngerechnete. Danke schonmal im Voraus! Wer sich wie immer ein eigenes Bild machen möchte: http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000000/html/start/monat/aktuell.pdf Viel Spaß ...
Dalachichdochdrüber 28.01.2010
2. Eine Frage:
Zitat von sysopDer Winter kostet Hunderttausende Deutsche den Job - die Arbeitslosenquote ist im Januar um 0,8 Prozentpunkte auf 8,6 Prozent gestiegen. Die gute Nachricht: Saisonbereinigt ist die Zahl der Erwerbslosen fast gleichgeblieben, die Wirtschaftkrise hat den Arbeitsmarkt noch nicht voll erfasst. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,674519,00.html
Ab wann hat denn bitte schön die Krise den Arbeitsmarkt voll erfasst? Keine Verschlechterung der Situation ist nunmal KEINE gute Nachricht. Gleichbleibend hohe Arbeitslosenzahlen auf diesem hohen Niveau sind immer SCHLECHT. Ist nicht so schwierig...
NoName! 28.01.2010
3. Lügenstatistik
Ein Massenphänomen, dass so gut wie alle Medien und sogar Wirtschaftsweise und Ökonomen !? diese schöngerechnete Statistik verwenden. Ich komme mir vor wie in einem schlechten Film! Erst im Mai 2009 wurde die Berechnung geändert und somit wieder viele "echte" Arbeitslose rausgerechnet. Für mich ist das Verhalten der Medien kriminell!
Berta, 28.01.2010
4. Na gottseidank
haben wir schlechtes Wetter. ;-)
Bernhard Fischer 28.01.2010
5. xxxxx
Zitat von NoName!Ein Massenphänomen, dass so gut wie alle Medien und sogar Wirtschaftsweise und Ökonomen !? diese schöngerechnete Statistik verwenden. Ich komme mir vor wie in einem schlechten Film! Erst im Mai 2009 wurde die Berechnung geändert und somit wieder viele "echte" Arbeitslose rausgerechnet. Für mich ist das Verhalten der Medien kriminell!
Das ist kein schlechter Film – aus dem kann man ja noch rausgehen… Das ist Massenverblödung durch gleichgeschaltete Medien – und Aufklärungsarbeit contra diesem mainstream wird immer wieder durch Zensur und Forenschließung forciert! Was glauben Sie,warum Sie den Artikel nur im blogbereich diskutieren dürfen, das Hartzforum gestern aber rechtzeitig geschlossen wurde?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.