Die Kontrollen wurden verschärft, doch das scheint nicht zu reichen. Auch im vergangenen Jahr haben Zehntausende Griechen Zahlungen für längst verstorbene Angehörige kassiert. Nun soll mit dem Betrug laut Regierung endgültig Schluss sein.
Älterer Grieche beim Taubenfüttern in Athen: Elektronische Überwachung geplant
Foto: Vladimir Rys/ Getty Images
Athen - Sogenannte Phantom-Rentner sind zu einem Symbol griechischer Misswirtschaft geworden: Verstorbene Bürger, die von ihren Angehörigen auf dem Papier am Leben gehalten werden - um ihre Renten und Pensionen zu kassieren.
Seit Griechenland gegen die Krise kämpft, hat die Regierung ihr Vorgehen gegen den Rentenbetrug verschärft. So meldeten die griechischen Rentenkassen Anfang 2012, sie hätten die Zahlung von insgesamt 63.500 Renten gestoppt, die zu Unrecht gewährt wurden. Kurz zuvor hatten die Kassen alle Ruheständler aufgefordert, sich persönlich bei den Behörden zu melden.
Doch die verschärften Kontrollen waren offenbar wenig wirksam: Auch 2012 haben sich nach offiziellen Angaben rund 50.000 Menschen Renten und Pensionen verstorbener Angehöriger erschlichen. "Das Ministerium wird diese Gelder zurückfordern", sagte der griechische Arbeitsminister Giannis Wroutsis am Montag im griechischen Parlament.
Seit Anfang 2013 werden die zu Unrecht kassierten Renten nicht mehr ausgezahlt. Die Behörden ermitteln nun gegen die Verwandten. Neue Fälle solle es nicht mehr geben. Mit einem neuen elektronischen Überwachungssystem sollen die Renten- und Pensionskassen ab 1. März direkt mit den Standesämtern verbunden werden. Bei einem Sterbefall soll dann automatisch die Auszahlung der Rente gestoppt werden.