Werner Hoyer Westerwelle-Vize wird Chef von EU-Investitionsbank

Er wurde schon als Nachfolger seines Chefs Guido Westerwelle gehandelt, nun soll er milliardenschwere Kredite verantworten: Der FDP-Politiker Werner Hoyer wird neuer Präsident der Europäischen Investitionsbank. Die Aufgabe sei ihm "wie auf den Leib geschrieben", sagt der 60-Jährige.

Staatssekretär Werner Hoyer: Profilierter Außenpolitiker
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Staatssekretär Werner Hoyer: Profilierter Außenpolitiker


Brüssel - Die Hausbank der EU wird künftig von einem Deutschen geführt: Werner Hoyer soll neuer Präsident der Europäischen Investitionsbank (EIB) werden. Er folgt auf den Belgier Philippe Maystadt, der zum Jahresende aus dem Amt scheidet.

Die Finanzminister der 27 EU-Staaten hätten sich am Mittwoch in Brüssel auf die Personalie geeinigt, teilten Diplomaten mit. Es habe eine "sehr breite Zustimmung" für Hoyer gegeben, sagte Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Auch Spanien, das zunächst eine eigene Kandidatin nominierte, habe am Ende zugestimmt. Der Gouverneursrat der Bank muss den Vorschlag noch absegnen, dies gilt jedoch als Formsache.

Der FDP-Politiker Hoyer war bislang Staatsminister im Auswärtigen Amt und damit Stellvertreter von Außenminister Guido Westerwelle (FDP). Im Sommer wurde der heute 60-Jährige als potentieller Nachfolger Westerwelles gehandelt, der damals vor dem Aus zu stehen schien.

Hoyer selbst hätte sich den Job als Außenminister durchaus zugetraut, sieht das Verhältnis zum Außenminister aber weiterhin als intakt an. "Manche Leute können sich gar nicht vorstellen, dass man mit Westerwelle befreundet sein kann. Aber ich nehme das für mich in Anspruch." Es gebe andere Gründe für den Wechsel. "Fachlich ist mir die Funktion wie auf den Leib geschrieben."

Die Europäische Investitionsbank ist die Bank der Europäischen Union, ihre Anteilseigner sind die 27 Mitgliedstaaten. Sie erhält kein Geld aus dem EU-Haushalt, sondern besorgt sich die Mittel zur Finanzierung langfristiger Projekte auf dem Kapitalmarkt. Im vergangenen Jahr hat sie Finanzierungen im Wert von 83 Milliarden Euro genehmigt. Damit werden etwa Projekte zur Regionalentwicklung bezahlt.

dab/dpa/AFP



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sichersurfen 30.11.2011
1. 2013
Zitat von sysopEr wurde schon als*Nachfolger*seines Chefs Guido Westerwelle gehandelt, nun soll er milliardenschwere Kredite verantworten: Der FDP-Politiker Werner Hoyer wird neuer Präsident der Europäischen Investitionsbank. Die Aufgabe sei ihm "wie auf den Leib geschrieben", sagt der 60-Jährige. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,800948,00.html
Mir scheint, die FDP beginnt bereits die Getreuen auf Versorgungsposten für die Zeit nach 2013 zu versetzen.
YoRequerrosATorres 01.12.2011
2. gut ausgebildet
Hoyer war Dozent an der Uni Köln, hat Volkswirtschaft studiert und gelehrt, Außenwirtschaft doziert und hat vor allem eine wohltuend unaufgeregte Art. Hoyer hat wahrscheinlich wesentlich mehr Ahnung von Geldtheorie, -politik und Finanzwirtschaft als all die Berufsschullehrer und Halbjuristen im Parlament. Der Mann hat eine Linie, know-how und seine Seele bislang nicht verkauft. Das unterscheidet den ganz massiv von der Klasse der politischen Fähnchen-in-den-Wind-Dreher.....
Emil Peisker 01.12.2011
3. Hoyer - ein unaufgeregter, seriöser Politiker
Zitat von YoRequerrosATorresHoyer war Dozent an der Uni Köln, hat Volkswirtschaft studiert und gelehrt, Außenwirtschaft doziert und hat vor allem eine wohltuend unaufgeregte Art. Hoyer hat wahrscheinlich wesentlich mehr Ahnung von Geldtheorie, -politik und Finanzwirtschaft als all die Berufsschullehrer und Halbjuristen im Parlament. Der Mann hat eine Linie, know-how und seine Seele bislang nicht verkauft. Das unterscheidet den ganz massiv von der Klasse der politischen Fähnchen-in-den-Wind-Dreher.....
Ja, Hoyer ist ein seriöser Politiker, der nie Populismusanfälle hatte. Ich kenne ihn aus den frühen 80er Jahren, als er noch im Kölner Stadtrat saß. Das letzte mal sah ich ihn in 2001 in Koblenz, als er die dortige FDP im Wahlkampf unterstützte.
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