ADAC-Erhebung Benzin in Deutschland so teuer wie nie

Der alte Rekordstand aus dem Jahr 2012 wurde übertroffen: Autofahrer müssen für Superbenzin der Sorte E10 laut ADAC so viel zahlen wie noch nie. Für die Entwicklung gibt es verschiedene Gründe.
Das Allzeithoch beim Benzinpreis führt zu tiefen Löchern in den Geldbeuteln der Verbraucher

Das Allzeithoch beim Benzinpreis führt zu tiefen Löchern in den Geldbeuteln der Verbraucher

Foto: Fabian Sommer / dpa

Die Preise für Gas und Strom schießen durch die Decke – und auch für Benzin müssen Verbraucherinnen und Verbraucher deutlich mehr Geld bezahlen. Der Preis für Superbenzin der Sorte E10 ist nun in Deutschland so teuer wie nie.

Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Dienstags kostete ein Liter 1,712 Euro, wie der ADAC mitteilte. Damit übertraf der Wert das bisherige Allzeithoch von 1,709 Euro vom 13. September 2012. Allerdings waren Kaufkraft und Teuerung damals auch noch auf einem anderen Niveau – und im europäischen Vergleich steht Deutschland bei den Benzinpreisen auch noch vergleichsweise gut da . Diesel kostete in Deutschland zuletzt im Schnitt 1,640 Euro pro Liter – auch dies ist ein Rekord. Der Kraftstoff hatte in den vergangenen Monaten aber bereits immer wieder Höchststände erreicht.

Niedriges Ölangebot und Ukrainekonflikt treiben Spritpreise

Die Spritpreise steigen nach einer kurzfristigen Erholung im Herbst vergangenen Jahres seit Wochen an. Treiber ist vor allem der Ölpreis, der zuletzt vorübergehend die Marke von 90 Dollar je Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent überschritten und mehrjährige Höchststände erreicht hatte.

Dahinter stecken wirtschaftliche und politische Faktoren: Das Angebot ist knapp und die Nachfrage solide. Zudem sorgen die politischen Spannungen an der russisch-ukrainischen Grenze für einen kräftigen Risikoaufschlag auf dem Ölmarkt. Russland ist einer der größten Erdölförderer der Welt.

Darüber hinaus trägt auch der zu Jahresbeginn erneut erhöhte CO2-Preis zum teureren Sprit bei. Die zusätzlichen 5 Euro je Tonne machen sich pro Liter Kraftstoff aber laut ADAC mit etwa 1,5 Cent bemerkbar, je nach Kraftstoff und Biospritanteil. Insgesamt sind somit für E10 je nach tatsächlicher Biospritbeimischung zwischen sechs und sieben Cent je Liter Kohlendioxid-Preis fällig.

Besonders drastisch ist der Anstieg der Spritpreise, wenn man die Entwicklung mit dem Jahr 2020 vergleicht. Damals waren Öl und Benzin durch die Coronakrise außerordentlich preiswert zu haben. Seither geht es mit Schwankungen tendenziell bergauf.

Ein großer Teil des Kraftstoffpreises an der Zapfsäule sind Steuern und Abgaben. Bei Super E10 sind das auf dem aktuellen Preisniveau gut 27 Cent Mehrwertsteuer, knapp 65,5 Cent Energiesteuer.

Der ADAC rät Autofahrerinnen und Autofahrern, in den Abendstunden zu tanken. Zwischen 18 und 19 Uhr sowie zwischen 20 und 22 Uhr sei Kraftstoff am günstigsten. In den Morgenstunden gegen 7 Uhr koste er am meisten.

apr/dpa/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.