Gefahr für Euro-Krisenländer Ratingagentur warnt vor AfD

Was bedeutet der AfD-Aufstieg für die Euro-Krisenländer? Nichts Gutes, befürchtet die Ratingagentur S&P. Demnach könnte Kanzlerin Merkel aus Sorge um Wähler ihren Kurs verschärfen - und so die Bonität der Staaten gefährden.

AfD-Vorsitzender Lucke: Bundesweit könnten zweistellige Ergebnisse erzielt werden
DPA

AfD-Vorsitzender Lucke: Bundesweit könnten zweistellige Ergebnisse erzielt werden


Berlin - Der Aufstieg der eurokritischen Alternative für Deutschland (AfD) könnte die Stabilität der Krisenländer in der Währungsunion gefährden. Davor warnt die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P). Demnach könnte Kanzlerin Angela Merkel angesichts des AfD-Aufstiegs einen härteren Kurs in der Eurokrise einschlagen, um die abgewanderten Wähler wieder für die CDU gewinnen zu können. Die Krisenländer würden das durch höhere Zinsen am Kapitalmarkt zu spüren bekommen, warnt S&P.

Bislang sei Bundeskanzlerin Angela Merkel im eigenen Land auf keinen größeren Widerstand gegen ihren Kurs in der Eurokrise gestoßen. Dies habe ihr in Brüssel mehr Spielraum für Kompromisse ermöglicht, heißt es in der am Dienstag veröffentlichten Analyse der Bonitätswächter. Dass Deutschland bei der Unterstützung der in Not geratenen Länder konstruktiv mitgewirkt habe, habe letztlich auch eine positive Wirkung auf deren Bonität gehabt.

Staaten wie Spanien und Italien konnten sich in jüngster Zeit zu historisch niedrigen Zinssätzen am Kapitalmarkt frisches Geld besorgen. Sollten die Investoren auch nur "Anzeichen für eine Verschärfung" des deutschen Kurses wahrnehmen, werde das Vertrauen in die Krisenländer bröckeln, heißt es in dem Papier.

Die AfD kann nach ihren jüngsten Erfolgen bei Landtagswahlen in Ostdeutschland laut einer Forsa-Umfrage auch bundesweit auf zweistellige Wahlergebnisse hoffen.

vks/Reuters

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