Einkaufstour in Europa China schließt Milliardendeals mit Airbus und Peugeot

Der chinesische Präsident Xi Jinping ist in Europa - und auf Einkaufstour. In Frankreich wurden 50 Wirtschaftsvereinbarungen über 18 Milliarden Euro besiegelt, allein von Airbus will China 70 Flugzeuge kaufen. Und nach Deutschland kommt Xi Jinping erst noch.

Politik steht dahinter: CAS-Chef Li Hai und Airbus-Chef Bregier besiegeln Deal
REUTERS

Politik steht dahinter: CAS-Chef Li Hai und Airbus-Chef Bregier besiegeln Deal


Paris/Hamburg - Am zweiten Tag des Staatsbesuchs von Chinas Staatschef Xi Jinping in Frankreich sind zwischen beiden Ländern eine ganze Reihe bedeutender Abkommen geschlossen worden. Der französische Präsident François Hollande sprach am Mittwoch in Paris von 50 Wirtschaftsvereinbarungen in einem Gesamtwert von 18 Milliarden Euro. Die beiden Staatschefs waren am Nachmittag im Elysée-Palast bei der feierlichen Unterzeichnung zahlreicher Abkommen dabei.

Unterschrieben wurde unter anderem die seit längerem geplante Rahmenvereinbarung für einen Kapitaleinstieg des chinesischen Autobauers Dongfeng beim französischen Konzern PSA Peugeot Citroën. Dongfeng wird mit 800 Millionen Euro beim kriselnden französischen Autobauer einsteigen und künftig 14 Prozent der PSA-Anteile halten. Gleichzeitig steigt der französische Staat im selben Umfang ein, um zu verhindern, dass die Chinesen die Kontrolle über das französische Traditionsunternehmen erlangen. Die Peugeot-Familie verliert dadurch die Kontrolle über den Konzern.

Darüber hinaus gab der europäische Flugzeugbauer Airbus die Bestellung von 70 Flugzeugen durch China in einem Gesamtwert von mehr als zehn Milliarden US-Dollar (umgerechnet 7,23 Milliarden Euro) bekannt. Die Bestellung umfasse 43 Mittelstrecken-Maschinen vom Typ A320 und 27 Langstrecken-Flugzeuge vom Typ A330. Airbus Helicopters wiederum schloss ein Abkommen mit dem chinesischen Unternehmen Avicopter ab. Demnach ist die gemeinsame Produktion von 1000 zivilen Hubschraubern in den nächsten Jahren vorgesehen.

Am Freitag wird Präsident Xi Jinping in Berlin sein

Neben der Lieferung von Airbus-Flugzeugen wurde beschlossen, ein Gemeinschaftsprojekt zur Montage von Flugzeugen der A320-Familie im chinesischen Tianjin um zehn Jahre zu verlängern. Die "Phase II" von 2016 bis 2025 soll die Ausdehnung der Auslieferungen auf ganz Asien sowie ab 2017 die Endmontage von Flugzeugen der A320neo-Familie umfassen. Beide Seiten wollen zudem prüfen, ob auch ein Fertigstellungszentrum für Großraumflugzeuge in China errichtet werden könnte.

Xi hatte seinen Frankreich-Besuch am Dienstagabend in der ostfranzösischen Stadt Lyon begonnen. Zuvor hatte er an dem Atomsicherheitsgipfel im niederländischen Den Haag teilgenommen. Am Freitag wird Xi in Berlin sein. Im Anschluss an den Deutschland-Besuch reist Xi nach Brüssel weiter, wo er als erstes chinesisches Staatsoberhaupt die Institutionen der Europäischen Union besuchen will.

mia/Reuters/dpa/AFP

insgesamt 5 Beiträge
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brummer07 26.03.2014
1. Alter Hut
Reine Ankündigungspolitik von bereits beschlossenen Dingen - erstaunlich doch nur, dass diese politischen Inszenierungen (von beiden Seiten) der Presse überhaupt eine Meldung wert sind ...
andreu66 27.03.2014
2. Krim und Tibet
Also China ist Frankreichs bester Freund, Russland sein bösester Feind. Und was genau ist der Unterschied zwischen der Krim und Tibet? Die Bevölkerung der Krim will russisch sein (auch ohne lächerliches Referendum), die Tibeter wollen aber keine Chinesen sein und werden blutig unterdrückt.
Dengar 27.03.2014
3. Hmm
Putin wird beäugt, China wird beklatscht. So toll ich das finde, dass hier viele Themen bei Spon beleuchtet werden - aber redet Ihr (Fach)Journalisten auch mal miteinander? Die Parallelen, die EU in die Hände des TTIPs zu treiben, Marionetten in der Ukraine zu installieren, Katastrophen in Megacities in Versicherungssummen zu qualifizieren(Dollars), Moppel zur Bundeswehr zu schicken, dabei ungerechtfertigterweise die NATO ins Spiel zu bringen deutet doch auch für jeden Idioten darauf hin, dass uns, egal wie, die Neue Welt Ordnung, das glückseligmachende der 0,001 Prozent Wirtschaftskaste, nahegebracht werden soll. - Oder sollte ich mich irren?
boingdil 27.03.2014
4. Das muss an mir liegen.
Meine zwei letzten Autos: ein Rover und ein Volvo. Beide Unternehmen gehören jetzt Chinesen. Habe mir vor einem Monat einen Peugeot gekauft... Da werde ich mir wohl besser nie ein Auto von einer Marke kaufen, die ich echt gut finde...
hardyhardy 27.03.2014
5. Die
sind jetzt plötzlich hoch willkommen, um den kranken Europäern die dringend erforderlichen Infusionen zu verabreichen, welche dem Kapitalismus wieder etwas auf die Beine helfen könnten. Wir sollten denen dankbar sein und überlegen, ob wir es uns nicht auch mit Russischer Medizin noch besser gehen könnte, statt diese gänzlich abzuweisen...
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