SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

16. März 2016, 17:23 Uhr

Verkehrswegeplan 2030

Dobrindts 260-Milliarden-Sause

Von

Bis 2030 investiert der Bund so viel in Straßen, Schienen und Wasserwege wie noch nie - mehr als 260 Milliarden Euro. Genauso wichtig: Die Politik hat aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt.

Deutsche Bürokraten haben ein besonderes Talent dafür, wichtige Dinge hinter Wortungetümen zu verstecken, die normale Menschen abschrecken. Zu diesen Begriffen gehört auch "Bundesverkehrswegeplan". Darunter kann sich niemand etwas vorstellen, schon gar nicht etwas Gutes.

Dabei entscheidet dieser Plan darüber, wo Pendler in Zukunft leichter ans Ziel kommen und wo Bahnfahren erträglicher wird. Ein Projekt, das es nicht in die wichtigste Kategorie des Verkehrswegeplans, den sogenannten "Vordringlichen Bedarf" schafft, wird aller Voraussicht nach in den nächsten 20 Jahren nicht gebaut. Und in vielen Fällen auch nicht danach.

Für Verkehrspolitiker ist der Bundesverkehrswegeplan das Hochamt schlechthin. Nur rund alle 15 Jahre macht sich die Bundesregierung so ausführliche Gedanken darüber, wie das Streckennetz der Zukunft aussehen soll - und welche Autobahnen, Schienenstrecken und Wasserstraßen dafür aus- oder neu gebaut werden müssen.

In dieser Woche war es mal wieder so weit. Am Mittwoch präsentierte Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) den Bundesverkehrswegeplan 2030. Insgesamt 264,5 Milliarden Euro sollen in den kommenden anderthalb Jahrzehnten in die Infrastruktur investiert werden - so viel wie noch nie. Mit gut 130 Milliarden Euro fließt die Hälfte davon ins Straßennetz, rund 40 Prozent kommen der Schiene zugute und der Rest den Wasserstraßen.

Die Mittel für den Aus- und Neubau von Straßen sind dabei wie folgt auf die Bundesländer verteilt:

Die Grundzüge gemeinsam festgelegt haben CSU-Mann Dobrindt und der SPD-Verkehrsexperte Sören Bartol. Als Väter des Multimilliarden-Plans wollten sie vermeiden, die Fehler ihrer Vorgängergenerationen zu wiederholen. Deshalb haben sie drei Prinzipien festgelegt, die einer kleinen Revolution gleichkommen:

URL:


© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung