Umfrage Deutsche gehen optimistisch ins Jahr 2014

Konjunktur robust, Arbeitsmarkt stabil, Euro-Krise abgeflaut: Angesichts der wirtschaftlichen Lage schauen viele Deutsche optimistisch aufs neue Jahr. So gut war die Stimmung seit Mitte der Neunziger nicht mehr.
Montage bei Porsche in Zuffenhausen: Große Mehrheit hält ihren Job für sicher

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Foto: ? Michaela Rehle / Reuters/ REUTERS

Hamburg/Berlin - Angesichts guter wirtschaftlicher Daten gehen die Deutschen so zuversichtlich in das neue Jahr wie seit langem nicht mehr. Der Anteil der Optimisten sei mit 57 Prozent so hoch wie zuletzt Mitte der neunziger Jahre, teilte das Institut für Demoskopie Allensbach mit. Die große Mehrheit der Befragten sei angesichts der robusten deutschen Konjunktur überzeugt, einen sicheren Job zu haben. Zudem beurteile eine zunehmende Zahl von Menschen ihre wirtschaftliche Position positiv. Die Sorgen wegen der Euro-Krise gingen zurück.

Besonders optimistisch sind der traditionellen Neujahrsumfrage des Instituts zufolge jüngere Deutsche gestimmt. 72 Prozent der 16- bis 20-Jährigen sehen dem neuen Jahr mit Hoffnungen entgegen. Unter den 30- bis 44-Jährigen sind es immerhin noch 63 Prozent, bei den über 60-Jährigen nur noch 46 Prozent. Allensbach befragte vom 1. bis 12. Dezember knapp 1600 Deutsche ab 16 Jahren.

Angesichts des Ergebnisses äußerte sich das Institut auch zuversichtlich über die Konjunkturaussichten für 2014. In der Vergangenheit sei der Optimismus der Bevölkerung ein verlässlicher Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung des kommenden Jahres gewesen. Daher untermauerten die Daten die positiven Prognosen von Ökonomen.

2014 birgt auch wirtschaftliche Risiken

Auch die Wirtschaft selbst rechnet für das kommende Jahr mit guten Geschäften - besonders beim Export. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erwartet für 2014 eine Steigerung von mehr als vier Prozent bei den Ausfuhren. "Das sichert Jobs in Deutschland", sagte Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben der "Bild"-Zeitung.

Die Stimmung der Bevölkerung schwankt laut den seit 1949 zunächst nur in Westdeutschland erhobenen Allensbach-Daten stark. Ähnlich hoch wie aktuell war der Optimisten-Anteil etwa zeitweise in den sechziger Jahren, aber auch am Ende der achtziger Jahre, um die Jahrtausendwende und 2010. Tiefe Einbrüche gab es unter anderem Ende der siebziger und Anfang der achtziger Jahre, nach 2001 und nach der globalen Finanzkrise 2008.

Trotz der positiven Grundstimmung birgt 2014 jedoch auch eine ganze Reihe wirtschaftlicher Risiken. Dazu gehören etwa der geplante Ausstieg der USA aus ihrer Niedrigzinspolitik, der schon jetzt in Schwellenländern für Kapitalflucht sorgt, sowie die Europawahl, bei der Anti-Euro-Parteien wie die AfD Erfolge verbuchen könnten.

dab/AFP