Onlinehändler Amazon-Beschäftigte streiken an sechs Standorten

In sechs deutschen Versandzentren des US-Onlinehändlers Amazon wird gestreikt. Die Gewerkschaft Ver.di wirft dem Konzern vor, nicht ausreichend auf die Gesundheit seiner Mitarbeiter zu achten.

Amazon-Logistikzentrum in Bad Hersfeld
DPA

Amazon-Logistikzentrum in Bad Hersfeld


Mit Streiks an bundesweit sechs Standorten des Onlinehändlers Amazon hat die Gewerkschaft Ver.di gegen die Arbeitsbedingungen in den Versandzentren des Unternehmens protestiert. Anlass sei der Weltgesundheitstag, erklärte Ver.di. Amazon nehme wenig Rücksicht auf die Gesundheit seiner Beschäftigten.

Ein Ver.di-Sprecher in Koblenz sagte, die Arbeit dort führe bei einigen Beschäftigten zu psychischen Erkrankungen. Mit mehr als 15 Prozent sei der Krankenstand ständig höher als in anderen Unternehmen der Branche.

Amazon wies die Vorwürfe zurück und erklärte, an allen Standorten gebe es "ein professionelles Gesundheitsmanagement". Beide Seiten machten unterschiedliche Angaben zur Beteiligung an den Arbeitsniederlegungen.

Der Koblenzer Gewerkschaftssekretär Marko Bärschneider sprach von einer "Super-Beteiligung" mit rund 200 Beschäftigten seit Beginn der Nachtschicht. Am Standort Koblenz sind insgesamt rund 1500 Mitarbeiter beschäftigt.

Eine Amazon-Sprecherin sagte, die Beteiligung an den Aktionen sei "sehr gering" gewesen. An den sechs Standorten seien weniger als 850 Mitarbeiter dem Aufruf der Gewerkschaft gefolgt. Die Arbeitsniederlegung habe keine Auswirkungen auf die Einhaltung des Lieferversprechens für die Kunden.

Streikaktionen gab es am Donnerstag an den Amazon-Standorten Koblenz, Bad Hersfeld, Leipzig, Rheinberg und Werne (jeweils Nordrhein-Westfalen) sowie in Graben bei Augsburg. Amazon unterhält insgesamt neun Versandzentren in Deutschland.

ade/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.