Drohende Umweltschäden in Amazonasregion Brasilien gibt riesigen Naturpark für Bergbau frei

Er ist größer als Dänemark und soll enorme Goldvorkommen bergen: In einem brasilianischen Naturpark wird durch ein Dekret von Präsident Temer künftig Bergbau erlaubt. Opposition und Umweltschützer sind höchst alarmiert.
Abholzung von Regenwald im Bundesstaat Para

Abholzung von Regenwald im Bundesstaat Para

Foto: Ueslei Marcelino/ REUTERS

Die brasilianische Regierung erlaubt in einer bisher geschützten Region künftig Bergbau. Das sieht ein Dekret von Präsident Michel Temer vor.

Der Nationalpark Reserva Nacional do Cobre e Associados (Renca) in den nördlichen Bundesstaaten Amapa und Para umfasst rund 46.000 Quadratkilometer und ist damit größer als Dänemark. Dort werden große Vorkommen an Gold und anderen Mineralien vermutet.

"Das Ziel der Maßnahme ist es, neue Investitionen anzuziehen, Wohlstand für das Land sowie Arbeitsplätze und Einkommen für die Gesellschaft zu schaffen", zitiert die Nachrichtenagentur Reuters eine Mitteilung des zuständigen Ministeriums für Bergbau und Energie. All dies geschehe "auf der Grundlage von Nachhaltigkeitsregeln". Mehrere Naturschutzreservate und die Gebiete von Indigenen innerhalb der Region würden weiterhin geschützt.

Der oppositionelle Senator Randolfe Rodrigues bezeichnete die Entscheidung laut "O Globo" jedoch als "größten Angriff auf die Amazonasregion in den vergangenen 50 Jahren". Auch Maurício Voivodic, Brasilien-Chef der Umweltschutzorganisation WWF, zeigte sich alarmiert. Bergbau in der Region werde zu einer "demografischen Explosion, Abholzung, der Zerstörung von Wasserressourcen, dem Verlust von Biodiversität und dem Entstehen von Landkonflikten" führen.

dab
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