Anlagebetrug Spanier soll 100.000 Investoren geprellt haben

Die Ermittler nennen ihn "Mini-Madoff": Ein Spanier soll rund 100.000 Investoren um insgesamt 300 Millionen Dollar betrogen haben. Der Mann versprach den Anlegern hohe Rendite - und ließ stattdessen Immobilien kaufen.


Madrid - Ein Hinweis der Börsenaufsicht in Madrid ließ den Schwindel auffliegen: Die spanische Polizei hat einen Finanzbetrüger gefasst, der Investoren in mehr als hundert Ländern um rund 300 Millionen Dollar geprellt haben soll. Der 49 Jahre alte Spanier führte einen Fonds, der angeblich in Devisengeschäfte investierte. Seinen Kunden versprach der Mann bis zu 20 Prozent Gewinn pro Monat, berichtete die Polizei. Ein Großteil des Geldes sei jedoch über Strohmänner in Immobilienkäufe geflossen.

Laut den Ermittlern fielen etwa 100.000 Anleger auf den Mann herein. Der Schwindel war aufgeflogen, weil die Madrider Börsenaufsicht vor einem dubiosen Fonds mit Geschäftssitz in Panama warnte. Die Ermittlungen führten zu dem 49-Jährigen, der in Valencia gestellt werden konnte.

Die spanische Polizei nennt ihn "Mini-Madoff" - in Anspielung auf den verurteilten US-Betrüger Bernard Madoff, der mit einem Schneeballsystem Investoren abgezockt hatte. Großangelegter Investoren-Betrug ist nicht nur in den USA und Spanien ein Thema. In Deutschland steht derzeit ein ehemaliger Hedgefonds-Manager vor Gericht, der mit einem komplizierten Firmengeflecht etwa 5000 Privatanleger und sogar internationale Großbanken um insgesamt etwa 345 Millionen Euro betrogen haben soll.

mmq/dpa



insgesamt 7 Beiträge
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marypastor 25.03.2011
1. Leider ist es so, dass es
Zitat von sysopDie Ermittler nennen ihn "Mini-Madoff": Ein Spanier soll rund 100.000 Investoren um insgesamt 300 Millionen Dollar betrogen haben. Der Mann versprach den Anlegern hohe Rendite - und ließ stattdessen Immobilien kaufen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,753273,00.html
immer viele gutglaeubige oder unerfahrene Menschen gibt, die auf sowas reinfallen und teilweise ihre gesamten Ersparnisse oder Altersruecklagen verlieren und in der Misere enden. Im Umgang mit Geld braucht man viel Erfahrung. Eine Rendite von 20% gibt es einfach nicht. Es sollte eine neutrale Einrichtung geschaffen werden, wo die Leute, bevor sie reingelegt werden, sich beraten lassen koennen.
Koltschak 26.03.2011
2. 20 Prozent Gewinn pro Monat
"20 Prozent Gewinn pro Monat", da würde ich aber auch gleich investieren. Ein gutes Investment! Wo kriegt man schon 20 Prozent Gewinn pro Monat? Also, da konnte nun wirklich niemand merken, dass das vielleicht nicht funktionieren würde. 20 Prozent Gewinn pro Monat: Das ist ein Wort!
weißbrot 26.03.2011
3. .
314% p a ist mal eine Ansage.
WStrehlow 26.03.2011
4. Gier frisst Hirn
Ich habe kein Mitleid mit den Deppen, die in diesen Fonds investiert haben. Klar gehört der Typ vor Gericht, aber die Investoren sollten verdonnert werden, eventuell zu erlangenden Schadenersatz an gemeinnützige Institutionen zu spenden. Geld weg, Lektion gelernt (oder auch nicht) und Leuten geholfen, die es brauchen. Das! wäre mal eine Aufgabe fürJuristen, so was durchzusetzen. (Ich weiß, das geht in unserem Rechtssystem leider nicht, aber man darf doch mal träumen.)
meiner_meinung_nach 26.03.2011
5. unglaubliche Dummheit
Zitat von marypastorimmer viele gutglaeubige oder unerfahrene Menschen gibt, die auf sowas reinfallen und teilweise ihre gesamten Ersparnisse oder Altersruecklagen verlieren und in der Misere enden. Im Umgang mit Geld braucht man viel Erfahrung. Eine Rendite von 20% gibt es einfach nicht. Es sollte eine neutrale Einrichtung geschaffen werden, wo die Leute, bevor sie reingelegt werden, sich beraten lassen koennen.
Ich würde diese "armen Menschen" schlicht als gierig und geldgeil bezeichnen. Ich denke, spätestens mit Mitte 30 sollte man gelernt haben, dass auf dieser Welt niemand etwas zu verschenken hat. Davor hat eh kaum jemand die Mittel, sie zu investieren. Wer aber im reifen Alter seine Altersrücklagen, zumal noch bei einer Klitsche mit Sitz in Panama (!) und mit einer unglaubwürdig hohen Rendite riskiert, ist, wie es hier ja schon gesagt wurde, ein ganz schöner Depp.
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