Appell Griechische Ökonomen mahnen Landsleute zu Reformen

Privatisierungen, Steuererhöhungen, Regulierungen: Um die Staatspleite abzuwenden, fordern griechische Wirtschaftsexperten tiefgreifende Reformen in ihrer Heimat. Diese drohe sich andernfalls "zu einem verarmten Drittweltstaat zurückzuentwickeln".

Parthenon auf dem Akropolis-Hügel: "Letzte Chance für Griechenland"
REUTERS

Parthenon auf dem Akropolis-Hügel: "Letzte Chance für Griechenland"


Berlin - Nur Reformen können das marode Griechenland noch vor einer Pleite retten - so sehen es zumindest führende griechische Wirtschaftswissenschaftler aus Europa und den USA. Gemeinsam haben die Experten ihre Heimat nun zu drastischen Einschnitten aufgerufen. Damit werde zumindest eine Zahlungsunfähigkeit mit ihren "beängstigenden wirtschaftlichen und sozialen Folgen" abgewendet, hieß es in einem Appell, der am Montag verbreitet wurde.

Zu den Unterzeichnern gehören auch der britisch-zyprische Nobelpreisträger Christopher Pissarides von der London School of Economics und der Makroökonom Michalis Haliassos von der Goethe-Universität Frankfurt am Main. "Dies ist die letzte Chance für Griechenland, sich zu modernisieren, und diese Gelegenheit wird nicht von langer Dauer sein", warnen die Ökonomen.

In dem Schreiben empfehlen die Wissenschaftler Strukturreformen, ein Privatisierungsprogramm, strengere Regulierungen, eine Verkleinerung des öffentlichen Sektors sowie eine effiziente und faire Steuererhebung.

"Schließlich muss die grassierende Korruption bekämpft werden, wenn Griechenland sich den modernen Staaten Europas anschließen, ausländische Investitionen anziehen und eine internationale wirtschaftliche Isolierung vermeiden will", hieß es weiter in dem Aufruf. Das Land drohe sonst, "sich zu einem verarmten Drittweltstaat zurückzuentwickeln".

sar/Reuters



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