Schwaches Geschäftsjahr Reallöhne sinken 2013 überraschend

Zum ersten Mal seit 2009 müssen Arbeitnehmer in Deutschland sinkende Reallöhne hinnehmen. Die Verbraucherpreise stiegen erstmals seit Jahren wieder stärker als die Verdienste. Einen Hoffnungsschimmer bietet der Ausblick auf 2014.

Berlin - Nach drei Jahren mit steigenden Reallöhnen haben die deutschen Arbeitnehmer 2013 erstmals wieder Kaufkraft eingebüßt. Ihre Verdienste stiegen mit 1,3 Prozent langsamer als die Verbraucherpreise (1,5 Prozent). Die Reallöhne sanken also um 0,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. 2012 (plus 0,6 Prozent), 2011 (plus 1,0) und 2010 (plus 1,5) waren sie noch gestiegen.

"Eine Ursache für den Reallohnverlust war der Rückgang der häufig erfolgsabhängigen Sonderzahlungen", erklärte das Statistikamt. Dazu zählen beispielsweise Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Boni. Die Unternehmen dürften sich wegen der schwachen Konjunktur knausrig gezeigt haben: Mit 0,4 Prozent wuchs die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr so langsam wie seit dem Krisenjahr 2009 nicht mehr.

Das Münchner Ifo-Institut rechnet für 2014 wegen der anziehenden Konjunktur wieder mit einem ordentlichen Anstieg. Die Reallöhne sollen dann um 1,3 Prozent zulegen, das Bruttoinlandsprodukt dürfte um 1,9 Prozent wachsen. Darauf deutet auch der erste wichtige Tarifabschluss in diesem Jahr hin: Die 550.000 Beschäftigten der Chemieindustrie bekommen 3,7 Prozent mehr Geld.

mik/Reuters

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