Mangelnde Absicherung Fast jeder Vierte rutscht direkt in Hartz IV

Das höchste Risiko haben Leiharbeiter: Jeder vierte Arbeitslose muss nach dem Jobverlust sofort Hartz IV in Anspruch nehmen. Die Zahl der Empfänger sinkt laut einem Bericht weniger als gedacht, nun müsse das Finanzministerium 700 Millionen nachschießen.
Schalter für Hartz-IV-Anträge in Köln: Oft reicht das Arbeitslosengeld I nicht

Schalter für Hartz-IV-Anträge in Köln: Oft reicht das Arbeitslosengeld I nicht

Foto: Oliver Berg/ picture alliance / dpa

Berlin - Hartz IV wird wegen der hohen Zahl von Langzeitempfängern oft als Endstation bezeichnet. Für nahezu jeden vierten Betroffenen steht die Sozialleistung jedoch auch gleich am Beginn seiner Arbeitslosigkeit. Das berichtet die Chemnitzer "Freie Presse" unter Berufung auf eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit.

Vielen Hartz-IV-Empfängern steht der Zeitung zufolge das Arbeitslosengeld I entweder nicht zu oder es reicht zur Sicherung des Lebensunterhalts nicht aus. Dies betraf im vergangenen Jahr 23,3 Prozent aller neu gemeldeten Arbeitslosen. 2008 hätten dagegen noch 21,5 Prozent der Neu-Arbeitslosen Hartz IV bezogen. Das höchste Risiko tragen dem Bericht zufolge Leiharbeiter. Mehr als jeder Dritte, der gerade seinen Job in einer Zeitarbeitsfirma verloren habe, sei 2012 gleich auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen gewesen.

Die Kosten für Hartz IV fielen zudem in diesem Jahr höher aus als erwartet, berichtete die "Bild"-Zeitung ohne Nennung von Quellen. Die Bundesregierung sei bei Aufstellung des Haushaltsplans davon ausgegangen, dass die Zahl der Berechtigten wegen der guten Konjunktur weiter sinke. Nun müsse das Bundesfinanzministerium 700 Millionen Euro nachschießen. Laut den bisherigen Haushaltsplänen soll der Bund dieses Jahr rund 32 Milliarden Euro für Hartz IV ausgeben.

dab/Reuters
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