Statistik der Bundesagentur für Arbeit Zahl der Arbeitslosen sinkt im Februar um 30.000

Die Konjunktur schwächelt und die Unsicherheit durch das Coronavirus bedroht die Wirtschaft: Die Arbeitslosenzahl ist im Februar weiter zurückgegangen. Jedoch suchen mehr Menschen als vor einem Jahr einen Job.
Agentur für Arbeit in Stuttgart (Symbolbild)

Agentur für Arbeit in Stuttgart (Symbolbild)

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Fabian Sommer/ dpa

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland sinkt weiter. Im Vergleich zum Januar ging sie um 30.000 auf 2,396 Millionen zurück. Die Quote liege damit unverändert bei 5,3 Prozent, teilte die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mit. Arbeitslos sind demnach jedoch 23.000 mehr Menschen als noch vor einem Jahr, 885.000 Menschen hätten im Februar Arbeitslosengeld erhalten.

Dass die Arbeitslosigkeit im Februar zurückgeht, ist üblich. Der vergleichsweise starke Rückgang 2020 könne mit dem milden Winter zusammenhängen, teilte die Bundesagentur für Arbeit mit. Der Effekt hätte jedoch noch stärker ausgefallen können - allerdings belastet die schwache Konjunktur den Arbeitsmarkt. "Am Arbeitsmarkt zeigen sich weiterhin Spuren der konjunkturellen Schwäche", sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Detlef Scheele. Volkswirte hatten zuletzt ihre Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft noch einmal nach unten korrigiert.

Unterbeschäftigung steigt um 25.000

Die offizielle Arbeitslosenzahl gibt allerdings nicht die tatsächliche Größe der Arbeitslosigkeit wieder. So sind, wenn man etwa Arbeitslose in Beschäftigungsmaßnahmen oder arbeitsunfähig Erkrankte mitrechnet, im Februar 3,337 Millionen Menschen oder 7,2 Prozent ohne Job gewesen. Diese sogenannte Unterbeschäftigung nahm im Gegensatz zur offiziellen Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahresmonat um 25.000 zu.

Die Statistiker gehen auch von einem weiteren Anstieg bei der Kurzarbeit aus. Im Dezember betrug die Zahl der Kurzarbeiter rund 90.000, wie eine Hochrechnung ergab. Für März schätzt die Bundesagentur, dass die Zahl auf 124.000 ansteigen wird. Damit liegt die Kurzarbeit derzeit leicht über dem Niveau der europäischen Staatsschuldenkrise in den Jahren 2012/2013, aber weiterhin deutlich unter den Zahlen aus der Finanzkrise 2008/2009, als in Deutschland mehr als 1,4 Millionen Menschen Kurzarbeitergeld in Anspruch nahmen.

Kurzarbeitergeld bei Coronavirus möglich

Beschäftigte, deren Betriebe vom neuartigen Coronavirus betroffen sind, können unter Umständen ebenfalls Kurzarbeitergeld erhalten. "Der Anspruch auf Kurzarbeitergeld muss grundsätzlich auf einem unabwendbaren Ereignis oder wirtschaftlichen Gründen beruhen. Dies trifft etwa dann zu, wenn Lieferungen ausbleiben und die Produktion eingeschränkt werden muss", teilte die Bundesagentur mit. Ein unabwendbares Ereignis liege auch dann vor, wenn etwa wegen staatlicher Schutzmaßnahmen Betriebe geschlossen würden. Wichtig sei aber, dass die Betriebe die Kurzarbeit vorab bei der zuständigen Agentur für Arbeit anzeigten. Erste Anfragen seien bereits eingegangen.

apr/dpa