Prognose der Arbeitsagentur Arbeitslosenzahl sinkt 2018 erstmals unter 2,5 Millionen

Die Bundesagentur für Arbeit erwartet für das kommende Jahr ein Rekordtief bei der Arbeitslosigkeit. Der Jobboom der vergangenen Monate soll sich 2018 jedoch abschwächen.
Arbeiter auf einer Baustelle in Berlin

Arbeiter auf einer Baustelle in Berlin

Foto: Paul Zinken/ picture alliance / dpa

Die Aussichten für den deutschen Arbeitsmarkt sind auch für das kommende Jahr positiv. Die Arbeitslosenzahl wird 2018 erstmals seit der Wiedervereinigung unter die Marke von 2,5 Millionen fallen. Zu diesem Ergebnis kommt das zur Bundesagentur für Arbeit gehörende Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in seiner Herbstprognose.

Der Jobboom der vergangenen Monate wird sich demnach im kommenden Jahr jedoch abschwächen. Im Jahresschnitt 2018 werde die Arbeitslosigkeit nur noch um rund 60.000 auf 2,48 Millionen sinken. Für dieses Jahr rechnet das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit dagegen mit einem fast drei Mal so starken Rückgang der Erwerbslosenzahl auf 2,54 Millionen.

Einen stärkeren Rückgang der Jobsucherzahl verhinderten die "vorübergehend zunehmenden Arbeitslosenmeldungen von Flüchtlingen", so IAB-Arbeitsmarktforscher Enzo Weber in der Studie. Das verlangsame den Rückgang der Arbeitslosigkeit, ändere aber nichts am positiven Trend.

Die hohe Arbeitskräftenachfrage der Unternehmen wirke weiter als Jobmaschine: Nach der IAB-Prognose dürften im kommenden Jahr 545.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Die Zahl der Erwerbstätigen würde damit auf 44,83 Millionen steigen - ein neuer Rekordwert.

Auch bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung erwartet das IAB neue Rekordzahlen. Hier geht die Prognose von einem Zuwachs um mehr als 600.000 von 32,22 Millionen in diesem Jahr auf 32,83 Millionen im nächsten Jahr aus.

Grundlage für die Prognose ist das erwartete Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,9 Prozent in diesem Jahr und 1,7 Prozent im nächsten Jahr. Risiken, die die erwartete Entwicklung ins Wanken bringen könnte, sehen die Forscher allerdings im Brexit und in der US-Wirtschaftspolitik.

asa/AFP/dpa/Reuters
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