Arbeitslosenstatistik Zahl der Jobsuchenden sinkt

Der Wirtschaftsaufschwung zeigt Wirkung: Die Zahl der Erwerbslosen geht weiter zurück. Im August meldeten sich 3,18 Millionen Menschen arbeitslos - 4000 weniger als im Vormonat und 283.000 weniger als im Vorjahr. Auch die Zahl der Kurzarbeiter nimmt weiter ab.
Logo der Bundesagentur für Arbeit: 40,2 Millionen Menschen in Arbeit

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Foto: ddp

Arbeitsmarkt

Nürnberg/Wiesbaden - Weniger Arbeitslose, weniger Kurzarbeiter, mehr Erwerbstätige: Es braucht nur diese paar Worte, um die aktuelle Lage am zu erklären - es geht weiter aufwärts. Selbst der nur leichte Rückgang der Arbeitslosen im August kann dem Trend nichts anhaben. So ist die Zahl der Menschen ohne Job um 4000 auf 3,18 Millionen gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr meldeten sich sogar 283.000 weniger arbeitslos.

"Die konjunkturelle Entwicklung hat die Situation am Arbeitsmarkt weiter verbessert", sagte Heinrich Alt, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit. Ein weiteres Indiz dafür: Die Kurzarbeit verliert weiter an Bedeutung. Im Juni arbeiteten noch etwa 406.000 Beschäftigte aus konjunkturellen Gründen kurz - 82.000 weniger als im vorigen Monat. Saisonbereinigt, also unter Herausrechnung jahreszeitlicher Einflüsse, ging die Arbeitslosigkeit im August um 17.000 zurück.

Die Bundesagentur geht nun fest davon aus, dass im Herbst die Zahl von drei Millionen Erwerbslosen erstmals seit November 2008 wieder unterschritten wird. "Wenn Sie die derzeitige Zahl nehmen, kann man - ohne Prophet zu sein - sagen, dass wir irgendwann im Herbst unter die drei Millionen kommen werden", sagte Alt.

"Unternehmen sind im größeren Stil bereit, Personal einzustellen"

Der Grund für die enorme Belebung ist der starke Aufschwung. Für das Gesamtjahr rechnen Volkswirte mit traumhaften Wachstumsraten von mehr als drei Prozent. Allein im zweiten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt um 2,2 Prozent gestiegen. Das macht sich zunehmend bei den Jobs bemerkbar.

"Der Arbeitsmarkt ist stabil, auch wenn die Kurzarbeit an Bedeutung verliert", sagte Eckart Tuchtfeld von der Commerzbank. "Die Unternehmen sind in immer größerem Stil bereit, nicht nur die Arbeitszeit wieder hochzufahren, sondern auch neues Personal einzustellen."

Das bestätigte eine weitere Zahl: So waren im Juli 40,2 Millionen Menschen erwerbstätig - 141.000 mehr als im Vorjahresmonat. Im Vergleich zum Vormonat waren jedoch 65.000 Personen weniger in Arbeit. "Ein leichter Rückgang der Erwerbstätigenzahl von Juni auf Juli ist jahreszeitlich üblich und stellt kein Anzeichen für eine Umkehr des positiven Entwicklungstrends dar", kommentierten die Statistiker des Bundesamtes. Dies zeigt sich auch daran, dass es saisonbereinigt zu einer leichten Zunahme der Beschäftigung kam.

Die BA warnte aber vor übertriebener Euphorie. "Die bisherige Entwicklung ist stabil, aber wir dürfen nicht übersehen, dass die Lage fragiler ist als in anderen Zeiten des Aufschwungs", sagte Alt. Es gebe nach wie vor erhebliche Risiken in der Weltwirtschaft und in der deutschen Wirtschaft.

yes/dpa-AFX/Reuters
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