580.000 Betroffene Arbeitslosenversicherung schützt nicht vor Hartz IV

Ein fester Job mit versicherungspflichtigen Einkommen garantiert noch lange keine soziale Absicherung. Sporadisch Beschäftigte sind schnell auf Hartz IV-Leistungen angewiesen - ihre Zahl ist nicht gering.


Fast 600.000 Menschen sind trotz einer zuvor bestehenden versicherungspflichtigen Beschäftigung direkt in die staatlicheHartz IV-Grundsicherung gerutscht. Besonders betroffen seien Künstler und andere Kreative mit nur kurzzeitigen Arbeitsverhältnissen, berichtet die "Saarbrücker Zeitung" unter Berufung auf die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag.

Die Betroffenen erfüllten demnach entweder die Voraussetzungen für Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung nicht oder verdienten vorher so wenig, dass sie ihre Bezüge mit Hartz IV aufstocken mussten. Insgesamt ging es laut Regierung rund 580.000 Menschen so.

Die Grünen im Bundestag kritisierten dies scharf. Künstler und andere kurzfristig Beschäftigte müssten damit rechnen, trotz Beitragszahlungen nur in Ausnahmefällen Arbeitslosengeld zu erhalten, sagte deren arbeitsmarktpolitische Sprecherin Brigitte Pothmer. "So droht die Arbeitslosenversicherung, ihre Legitimation zu verlieren."

mik/AFP



insgesamt 19 Beiträge
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Andreas1979 03.04.2017
1. Künstler und Kreative
Die Berufsgruppen waren schon immer schlecht bezahlt, es sei denn sie arbeiten in Unternehmen, die auf ihre Fähigkeiten angewiesen sind um schöne Autos bauen zu können.
keksguru 03.04.2017
2. was gibts da zu jammern?
die Bedingungen sind für alle gleich, wer die Mindestzeiten nicht erfüllt kriegt Hartz4. Das war auch die letzten 65 Jahre schon so... warum sollte denn als Künstler tätige Tagelöhner anders gestellt sein wie z.B. Erntehelfer?
shahzads 03.04.2017
3. Nicht nur Künstler
Es trift viele: Saisonarbeiter, Projektarbeiter, Menschen mir befistetem Arbeitsvertrag, Teilzeitkräfte, Niedriglöhner. Sie alle müssen im Fall der Arbeitslosigkeit sofort zum Jobcenter.
exil-paulianer 03.04.2017
4. Schlimm...
der zukünftige Arbeitsmarkt wird ja noch weniger "langfristig-beschäftigte"-Jobs hergeben. Selbst normale "rechtschaffende Jobs " reichen ja oft nicht für ein vernünftiges, optimistisches Leben. Statt alles Geld in die Hartz4-Verwaltung und die Verarmung der Bürger zu stecken sollte Berlin lieber ein Grundeinkommen für jeden Bürger einführen. Dann würde auch wieder Platz für Kreative sein - denn die brauchen wir auch.
Strichnid 03.04.2017
5.
Eigentlich müsste man in so einem Fall seine Einzahlungen in die AV zurück bekommen.
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