Coronakrise Arbeitslosigkeit in Norwegen verfünffacht sich binnen vier Wochen

Der Anstieg ist laut den zuständigen Behörden beispiellos: In Norwegen ist die Arbeitslosenquote binnen eines Monats auf mehr als zehn Prozent gestiegen - wegen Entlassungen in der Coronakrise.
Fast leere Straße in Oslo

Fast leere Straße in Oslo

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Håkon Mosvold Larsen/ dpa

Die Arbeitslosigkeit in Norwegen hat sich wegen der Coronakrise binnen kurzer Zeit fast verfünffacht. Die Arbeitslosenquote kletterte im März auf 10,9 Prozent, teilten die zuständigen Behörden mit. Das ist der höchste Wert seit der großen Depression vor rund 80 Jahren.

Ende Februar hatte die Quote noch bei 2,3 Prozent gelegen. Die Agentur führt den drastischen Anstieg auf die Coronakrise zurück, wegen der zahlreiche Unternehmen Mitarbeiter entlassen haben. "Die Entwicklung in den vergangenen zwei Wochen ist beispiellos", sagte die Leiterin der Arbeits- und Wohlfahrtsverwaltung, Sigrun Vaageng.

Die Regierung geht davon aus, dass die Privatwirtschaft um etwa 15 bis 20 Prozent schrumpfen wird. Das Parlament hat Kredite, Steuerstundungen und zusätzliche Ausgaben von umgerechnet rund 23 Milliarden Euro zur Linderung der Krise genehmigt.

Die Zentralbank senkte ihren Leitzins auf ein Rekordtief von 0,25 Prozent. Sie schließt weitere Maßnahmen nicht aus. Manche Analysten halten es für denkbar, dass sie in den kommenden Wochen den Satz auf null Prozent setzt oder sogar negative Zinsen einführt.

ssu/Reuters
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